Im Hannover der 1920er-Jahre verschwinden Jungs, einer nach dem anderen, spurlos. Steckt ein bestialischer Massenmörder dahinter? Für Robert Lahnstein, Ermittler im Fall Haarmann, wird aus den Gerüchten bald schreckliche Gewissheit: Das Deutschland der Zwischenkriegszeit, selbst von allen guten Geistern verlassen, hat es mit einem Psychopathen zu tun. Lahnstein, der alles dafür gäbe, dass der Albtraum aufhört, weiß bald nicht mehr, was ihm mehr zu schaffen macht: das Schicksal der Vermissten; das Katz-und-Maus-Spiel mit dem mutmaßlichen Täter; die dubiosen Machenschaften seiner Kollegen bei der Polizei; oder eine Gesellschaft, die nicht mehr daran glaubt, dass die junge Weimarer Republik sie vor dem Verbrechen schützen kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.04.2020
Der Fall des Serienmörders Haarmann, so Rezensent Burkhard Müller, ist schon vielfach erzählt, verfilmt und analysiert worden. Dennoch hat der Autor ihm noch neue Facetten abgewinnen können - etwa dadurch, dass er nicht den Täter, sondern einen ermittelnden Beamten namens Lahnstein ins Zentrum rückt. Für diesen Sozialdemokraten und ehemaligen Kampfflieger ist die Mordserie vor allem Konsequenz aus dem während des Ersten Weltkrieges - also gerade noch eben - verordneten Morden. In der Darstellung des Intrigenspiels zwischen den Beamten lässt Kurbjuweit die politischen Spannungen der Weimarer Zeit gekonnt aufleuchten, versichert uns der Rezensent. Ihm gefällt die Nüchternheit, mit der hier erzählt wird, und er findet, dass dem Autor ein "bemerkenswertes Buch" gelungen ist.
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