Klappentext
Aus dem Türkischen von Achim Wagner. "An unser Herz werden wir uns erst dann erinnern, / Wenn es aufhört zu schlagen". Die Gedichte von Dilek Mayatürk sind Aufforderungen, nicht in Coolness zu erstarren. In ihren Texten fließt rotes Blut, manche pochen vor Schmerz, Wut und Liebe - ungebrochen und ungeschützt, aber in Worten gebändigt. Trennung, Verlust, die eigene Herkunft werden hier verhandelt, aber auch das aktuelle politische Geschehen in der Türkei, mit all seinen Implikationen für die eigene Biografie.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2026
Rezensentin Angelika Overath hat Schwierigkeiten, Stephanie Barts neuen Text einzuordnen. Handelt es sich um Nature Writing, ein Langgedicht über die Natur? Overath kennt Bart als politische Autorin. Faszinierend findet sie, wie Bart über ein eher unpolitisches Thema doch wieder zu einem Sagenmüssen gelangt. Zunächst geht es um eine Brache, auf der ein Umweltkollektiv das giftige Jakobs-Kreuzkraut auszurotten versucht. Die mühsame Arbeit wird für Overath durch Wiederholungen spürbar. Fast unmerklich schleichen sich Gedanken über Menschen ein, die solche Arbeit nicht freiwillig machen, erkennt Overath. Am stärksten erscheinen ihr die Passagen, in denen das Ich im Text seelisch auf der Suche ist. Die Autorin erfasst das mit unterschiedlichen sprachlichen Registern und Reimen, stellt die Rezensentin fest. Den Text deutet Overath schließlich als romantischen Sehnsuchtstext, als Utopie, die von der Einheit mit der Natur und von einer erfüllten Menschengemeinschaft träumt.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 17.11.2020
Rezensent Etienne Roeder erkennt in den Gedichten von Dilek Mayatürk eine poetische Selbstermächtigung. Der zweisprachige Band mit Texten aus 16 Jahren vermittelt ihm Gefühle von Verlassenheit, Verlusterfahrungen und die Mühen einer jungen Frau, sich in einer patriarchalischen Gesellschaft durchzusetzen. Dass die Grenze zwischen lyrischem und realem Ich dabei mitunter verschwimmt, kann Roeder verstehen. Die Gedichte scheinen ihm kraftvoll, mit starken Bildern und auf poetische Weise kritisch.
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