Sylvia Geist

Fremde Felle

Gedichte
Cover: Fremde Felle
Hanser Berlin, Berlin 2018
ISBN 9783446258518
Gebunden, 96 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

In der Großstadt, in vermeintlichen Landidyllen, in den Grauzonen der Suburbs - überall begegnet in Sylvia Geists neuem Lyrikband dem Einzelnen die Wildnis, die in ihm selbst steckt. Mit glasklarem Verstand und sinnlicher Bildersprache erkunden diese Gedichte, wie weit wir gekommen sind, seit wir angefangen haben, uns in fremde Felle zu kleiden. Ob Geists Figuren in die Haut von Füchsen schlüpfen, die Okkupation ihres Hauses durch Rehe fürchten oder die Sehnsucht nach menschlicher Wärme unter der Trockenhaube stillen, immer sind sie auf der Spur der Welt, die wir mit den anderen teilen - einer Welt, in der das Echo massenhaft "die Felsen bespringt" und bereits die "Särge für das letzte bisschen Eis" angefertigt werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2018

Der hier rezensierende Lyriker Dirk von Petersdorff empfiehlt Sylvia Geist, über die Zäune der Selbstbezüglichkeit und der Abstraktion zu steigen. Was die Dichterin hier vorlegt, strotzt laut Rezensent nur so vor Verweisen auf andere Dichtern und Dichterinnen, namentlich Ingeborg Bachmann, aber auch Mitstipendiaten. Für Petersdorff klingt das arg nach routiniertem Pflichtprogramm, bei dem Sprache und Welt keinen Widerstand leisten. Wenn es doch einmal existentiell oder sinnlich zu werden droht, scheint die Autorin einzuschreiten, und schon setzt die prätentiöse Rede ein, ärgert sich Petersdorff.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.03.2018

Rezensent Nico Bleutge bewundert Sylvias Geists Imaginationskraft und ihr Gefühl für "Sprachverschiebungen" sowohl in ihren Übersetzungen als auch in ihren Versen. Wie "Wärmewaben" erscheinen ihm auch die neuen Gedichte der Lyrikerin, die hier einmal mehr Poesie und Naturwissenschaft miteinander verknüpft, wie Bleutge informiert. Hingerissen begibt er sich mit Geist auf eine Reise durch Berlin, Polen, Märchen und flüchtige Identitäten, staunt über die Gabe der Dichterin, das "Zwielicht" in den Wörtern sichtbar werden zu lassen und lässt sich von den rhythmisch fließenden Erinnerungen, Wahrnehmungen und Momenten sanft hinwegtragen.

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