Dietrich Geyer

Trübsinn und Raserei

Die Anfänge der Psychiatrie in Deutschland
Cover: Trübsinn und Raserei
C.H. Beck Verlag, München 2014
ISBN 9783406667909
Gebunden, 352 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Dietrich Geyer stellt die Anfänge der neuzeitlichen Psychiatrie in Deutschland dar. Zwei miteinander verflochtene Entwicklungslinien treten dabei hervor: die eine führt von der Erfahrungsseelenkunde Berliner Kantschüler über die psychische Heilkunde der romantischen Medizin zur naturwissenschaftlich fundierten Psychiatrie. Die andere führt von den Narrenkästen der mittelalterlichen Städte über die Zucht- und Tollhäuser des aufgeklärten Absolutismus zu den Heil- und Pflegeanstalten des neunzehnten Jahrhunderts. Die Schlusskapitel werfen Blicke auf die Psychiatrie im 20. Jahrhundert, auf Psychiatriereform, neue Ansätze der Sozialpsychiatrie, die neuartige psychiatrische Pharmakotherapie und die noch utopisch erscheinenden Möglichkeiten einer personalisierten Medizin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.10.2014

Ein spannendes Thema, dessen sich Dietrich Geyer in "Trübsinn und Raserei" annimmt, findet Sylvia Staude: "Die Anfänge der Psychiatrie in Deutschland", wie das Buch im Untertitel heißt, erzählt anhand ihrerer bedeutendsten Persönlichkeiten wie Johann Christian Reil, Wilhelm Griesinger und Albert Zeller, bietet der Rezensentin eine unterhaltsame und anregende Lektüre. Zumals sich der Autor als "feiner, erfrischender Stilist und sorgfältiger Schreiber" erweist, wie Staude anerkennend feststellt. Gerade für Laien ist das Buch gut verständlich, worin allerdings auch die einzige Schwäche liegt, die die Rezensentin auszusetzen hat: dass nämlich die Personalisierung bisweilen in "kaum belegbare Charakterisierungen" abschweift.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.09.2014

Was der Historiker Dietrich Geyer in seinem Buch über die Anfänge der Psychiatrie zu sagen hat, überzeugt Martina Lenzen-Schulte nicht. Vieles hat sie woanders schon verständlicher gelesen, anderes scheint ihr vom Autor bloß angelesen. Dass die Psychiatrie von den Ärzten anfangs eher als praxisferne Kopfgeburt gehandhabt wurde, erfährt die Rezensentin bei Geyer zwar, doch vermisst sie Deutungen dieses Phänomens, zu dem der Autor lediglich Namen und Kurzbiografien beisteuert. Eine zusammenhängende Ideengeschichte, Ausführungen zur Theorieentwicklung oder wenigstens Begriffserklärungen fehlen Lenzen-Schulte ebenfalls im Buch, das ihr gegen Ende gar den Duktus einer Patientenbroschüre anzunehmen scheint, auf kaum nachvollziehbare Weise kompilierend und stilistisch "inkonsistent".
Stichwörter

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Dörte Hansen. Broder - Roman. Penguin Verlag, München, 2026.Dörte Hansen: Broder
"Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…