In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das schon fast totgesagte deutsche Kunstlied eine glanzvolle Renaissance und dies nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Die Virtuosität von Dietrich Fischer-Dieskau trug dazu maßgeblich bei. In seinem neuen Buch richtet er das Licht der Aufmerksamkeit auf die Geschichte des deutschsprachigen Klavierlieds, wobei es ihm nicht um Vollständigkeit von Komponistennamen oder Werktiteln geht. Sein Augenmerk richtet sich auf Herausragendes und Beispielhaftes, das es dem Interessierten erleichtern soll, im Reichtum der musikalischen Schätze einen Weg des Kennenlernens zu finden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2012
Gerhard Stadelmaier hat sich viel versprochen von Dietrich Fischer-Dieskaus "Das deutsche Klavierlied" und will seine Enttäuschung nicht verbergen. Einiges hätte der Rezensent dem Verlag durchgehen lassen, da der Musiker nach seinem Tod im Mai dieses Jahres nicht mehr für autorisierte Änderungen zur Verfügung stand. Dass aber zahlreiche grobe Fehler einfach stehen geblieben seien, das betrachtet Stadelmaier als "prominentengeile Lieblosigkeit". Auch abgesehen von Rechtschreibung und inhaltlicher Genauigkeit bedauert er einiges: Fischer-Dieskaus Äußerungen über andere Komponisten wirken uneindringlich und leblos, findet der Rezensent, sein Ton sei ungeformt und häufig seien ihm nur reizsame Plattitüden eingefallen. Gerhard Stadelmaier empfiehlt, sich des Künstlers lieber hörend als lesend zu erinnern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.09.2012
Dietrich Fischer-Dieskau ruft per Nachlassband noch einmal die Kunstreligion aus. Dass der im Mai dieses Jahres 86jährig verstorbene Kunstliedsänger auch mit nachlassenden Kräften, aber enormer Auffassungsgabe und aus reicher musikalische Erfahrung schöpfend noch die Poesie propagiert, in diesem schmalen Band mal kursorisch, mal konzentiert, flößt Johan Schloemann Respekt ein. Den persönlich gefärbten, nach Komponisten geordneten historischen Überblick über das deutsche Klavierlied von Reichardt über Schubert bis Reimann liest Schloemann auch insofern mit Gewinn, als der Autor mit wenigen Strichen zu gültigen Charakterisierungen gelangt, wie der Rezensent schreibt. In diesem Buch begegnet Schloemann noch einmal einer wahren Kunstreligion.
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