Mehr über die politischen Vorlieben des Autors dieser Biografie als über Rosa Luxemburg hat Felix Baum aus Dietmar Daths Buch erfahren. Darin nämlich fand der Rezensent eine bolschewisierte Luxemburg und ein paar naive Erwärmungen für den verblichenen Staatssozialismus, den Dath der Darstellung des Kritikers zufolge dafür bewundert, so lange die kapitalistischen Geschäftsgrundlagen destabilisiert zu haben. Als hätte etwas anderes die Arbeiter im Westen stärker an den Kapitalismus gekettet, "als die schaurige Karikatur der befreiten Gesellschaft im Osten", wie Baum höhnt. Auch sonst hat Dath aus Kritikersicht wesentliche Fragen weder gestellt noch ist er überhaupt darauf eingegangen. So sei das Buch kaum mehr als ein bolschewestisch retouchiertes Porträt, das Luxemburgs Kritik am Konzept der Parteidisziplin und der Revolution ignoriere, und sich stattdessen im Gestus einer ins Politische gewendeten "Rede des Spießers" artikuliere.
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