An der ewigen Italiensehnsucht der Deutschen hat Goethes "Italienische Reise" großen Anteil. In Neapel kulminieren Glücksgefühl und Befremden des fahrenden Nordmenschen - bis heute.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2012
Noch einmal Goethe in Italien. Diesem Buch jedoch kann Martin Meyer durchaus Neues abgewinnen. Denn der Autor ist Kenner der Materie, weiß das aber dezent im Hintergrund zu halten, während er vorne brillant erzählt. Wenn Dieter Richter Goethe nach Neapel folgt, in die Gesellschaft wie in die Landschaft, macht er Meyer zwar von vornherein deutlich, wie sehr Goethes Text eine rückblickende Inszenierung ist, nicht unmittelbares Erleben. Ferner fügt er dem Bild jede Menge Erkenntnisse und Entdeckungen hinzu (etwa zu Goethes naturkundlichen Explorationen). Der Lebendigkeit der Schilderungen scheint das aber keinen Schaden zuzufügen, im Gegenteil. Dass der Autor von Norbert Millers Studie über Goethe in Italien profitiert, möchte der Rezensent allerdings nicht unerwähnt lassen.
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