Dieter Kühn

Tristan und Isolde des Gottfried von Straßburg

Cover: Tristan und Isolde des Gottfried von Straßburg
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783100415080
Gebunden, 700 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Jeder Vers dieses gewaltigen Romans rankt sich um ein einziges Thema: die Liebe. Gottfried erzählt von der idealen Liebe zwischen Tristan und Isolde und von ihrer Leidenschaft, die sich über alle gesellschaftlichen Normen hinwegsetzt. In einer Sprache voll betörender Musikalität trägt er die bittersüße Geschichte von Erfüllung und Verzicht, Eifersucht und Versuchung, Leben und Tod vor. Dieter Kühn hat den grandiosen Versroman von Gottfried von Straßburg versgetreu ins Neuhochdeutsche übertragen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.07.2004

Die "große Liebe zwischen Tristan und Isolde" wie sie Gottfried von Straßburg erzählt hat, feiert Dieter Kühn in seinem dritten Buch des Mittelalter-Quartetts. Für seine "Zeitreise ins Straßburg der Gottfried-Zeit", wählt Kühn einen "Übersetzungsweg", für den Rezensent Dieter Borchmeyer nicht nur lobende Worte übrig hat. Kühn will sich zwischen Authentizität und Aktualität "hindurchschlängeln" und verwendet deshalb sowohl das mittelalterliche Wort als auch zeitgemäße Ausdrücke. Kleine "Abstürze" sind da "unvermeidlich", weiß der Rezensent, der bisweilen deshalb "an der Sensibilität" des Übersetzers zweifeln muss. Doch trotz der gelegentlich auftauchenden grammatikalisch "schiefen" oder "vulgärsprachlichen" Verkürzungen will er die Übersetzung nicht "madig machen". Denn Kühn habe mit seinem Mittelalter-Quartett der Dichtung dieser Zeit wieder ins Bewusstsein der Leser gebracht. Deshalb ist seine Übersetzung trotz mancher Fehler "ein großer Wurf".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.10.2003

Das Erstaunlichste an Dieter Kühns mittelalterlichen Werken ist ihr anhaltender Erfolg, wundert sich Hans-Herbert Räkel. Offensichtlich füllt Kühn mit seinen Büchern ("Ich, Wolkenstein"; "Neidhart von dem Reuental"; "Der Parzival des Wolfram von Eschenbach") eine Wissens- und Marktlücke, erkennt Räkel, welche die Mediävistik nicht zu stopfen bereit oder in der Lage ist. Denn Kühn "gewinnt eine lebendige Vorstellung", gewinnt sie mit dem klassischen Instrumentarium des Dichters, mit schöpferischer Phantasie in einem sogenannten "Vor-Buch", das mit fiktionalen Mitteln die Welt Gottfrieds im mittelalterlichen Strassburg erkundet. Über die Lücken im historisch konstruierten Bild täuscht Kühn nicht hinweg, lobt der Rezensent, sondern er macht sie fühlbar. Daneben aber steht der eigentliche Text von "Tristan und Isolde", der immerhin 500 Seiten umfasst und von Kühn sorgfältig übersetzt wurde. Dankbar vermerkt der Rezensent, dass Kühn dabei jeden altertümelnden Anklang vermieden hat - zu Zeiten Gottfrieds habe der Tristan ja auch nicht altertümelnd geklungen, sondern hochmodern.
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