Dieter E. Zimmer

Sprache in Zeiten ihrer Unverbesserlichkeit

Cover: Sprache in Zeiten ihrer Unverbesserlichkeit
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2005
ISBN 9783455094954
Gebunden, 377 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

In seinem neuen Buch geht Dieter E. Zimmer der Frage nach: Soll, darf, kann irgendjemand irgendjemand anderem vorschreiben, wie er Sprache zu verwenden hat? Gibt es überhaupt ein gutes oder schlechtes, ein richtiges oder falsches Deutsch? Sprache ist in Bewegung, in vielfältigen Bewegungen, und jeder muss sich - bewusst oder unbewusst - ständig entscheiden, welche dieser Veränderungen er mitmacht. Aber woran soll man sich orientieren? Was ist eigentlich ein guter Sprachgebrauch? Gibt es dafür Regeln, Normen? Dieter E. Zimmer macht sich auf die Suche nach einer Antwort und gerät dabei in unheimliche Gebiete wie den Sumpf der Rechtschreibreform, die Abgründe der Privaten Spontanen Alltagsschriftsprache (PSA), die Klippen von McDeutsch, und er erkundet den Zusammenhang von Denken und Sprechen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2006

Als "wichtiges Buch" lobt Rezensent Hans-Martin Gauger dieses sprachkritische Werk von Dieter E. Zimmer. Wie er hervorhebt, gelinge es dem Autor, zahlreiche Erkenntnisse und Einsichten aus der Sprachwissenschaft einzubringen. Zur Freude Gaugers unterscheiden sich Zimmers sprachkritische Ausführungen von der reinen Lehre der Linguistik allerdings darin, dass sie Wichtiges von weniger Wichtigem zu scheiden wissen und ohne Protzerei auskommen. Darüber hinaus findet er das Buch einfach "vorzüglich" geschrieben. Beipflichtend äußert sich Gauger zu Zimmers kritischen Auseinandersetzung mit der Sprache des Internets, mit dem Problem der Anglizismen und der Rechtschreibreform sowie seiner prägnanten, durchaus philosophischen Behandlung des Verhältnisses von Sprache und Denken. Nur in punkto Rechtschreibreform ist Gauger anderer Meinung als der Autor, konzediert ihm aber gleichwohl, auch hier vernünftig zu bleiben.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.06.2005

Eingenommen bespricht Ulrich Greiner Dieter E. Zimmers Sprachstudie und lobt sie als "erhellendes Werk". Der Autor untersucht beispielsweise, ob es ein von der Sprache unabhängiges Denken gibt und inwieweit sich Denken und Sprache beeinflussen, spürt Veränderungen der Sprache nach, macht sich über die Rechtschreibreform Gedanken und demonstriert, wo Anglizismen im Deutschen unabwendbar und wo sie zu vermeiden wären, referiert der Rezensent aus dem Inhalt. Er würdigt Zimmer als einen "sorgfältigen und nachdenklichen Autor", der seine Studie unter Berücksichtigung des "Forschungsstandes" in gewohnt "luzider" Form geschrieben habe.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.05.2005

Gegen die in der Linguistik verbreitete wertneutrale Beschreibung von Sprache und für die Wahrnehmung von Qualitätsunterschieden tritt Dieter E. Zimmers Abhandlung über "Sprache in Zeiten ihrer Unverbesserlichkeit" ein. Den Rezensenten Johan Schloemann hat sie vollends überzeugt. "Nicht die Norm des Oberlehrers, sondern die Mäeutik des Sprachgebrauchs" liege Zimmer dabei am Herzen. Dieser breche dankenswerter Weise mit einigen linguistischen Dogmen, aber erst nach eingehender Analyse, bar jeder Polemik und mit dem kühlen Sachverstand des Sprachkritikers, langjährigen Zeit-Redakteurs, Übersetzers und Nabokov-Herausgbers. Er unterrichte über die faktische Situation unserer Sprache ebenso wie über allgemeine Sprachtheorien; anregend seien auch seine Überlegungen zu Anglizismen und zur Rechtschreibreform, meint der Rezensent.
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