Herausgegeben von Antoine Fleury, Horst Möller und Hans-Peter Schwarz. Mit Beiträgen in französischer Sprache.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2004
Eine Untersuchung über die Beziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz von 1945 bis zum Beginn der sechziger Jahre - kann dabei mehr herauskommen als trockenstes Historikerhandwerk? Durchaus, meldet Paul Stauffer. Es handele sich um einen "Sammelband mit bedeutsamen und überraschenden Einsichten". Das Buch nehme eine Doppelperspektive ein. Obwohl es sich vor allem auf das Verhältnis zwischen der Bundesrepublik und den Eidgenossen konzentriere, werde doch auch die Achse zwischen Bern und Ost-Berlin berücksichtigt. Allerdings wussten die Schweizer - "außer in kleinen linksextremen Zirkeln" - mit der DDR nicht viel anzufangen. Irritiert zeigt sich der Rezensent nur von dem Beitrag, der sich mit dem "streitbaren und umstrittenen Basler Theologen Karl Barth" befasst. Die Analyse von dessen "realitätsfernem deutschland- und europapolitischem Wunschdenken" durch Eberhard Busch sei wohl "kenntnisreich", aber "bemerkenswert unkritisch". Das Fazit Stauffers jedoch nimmt den preisenden Ton des Gelehrten wieder auf: "Der Sammelband liefert eine eindrückliche Bestätigung der altbekannten Tatsache, dass hochstehende Forschungsarbeit auch einer unspektakulären Thematik bedeutsame Einsichten abzugewinnen vermag."
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