Johannes H. Voigt

Die Indienpolitik der DDR

Von den Anfängen bis zur Anerkennung (1952-1972)
Cover: Die Indienpolitik der DDR
Böhlau Verlag, Köln 2008
ISBN 9783412181062
Gebunden, 717 Seiten, 69,90 EUR

Klappentext

Die Indienpolitik Ost-Berlins war sehr früh auf die staatliche Anerkennung der DDR durch die indische Regierung ausgerichtet. Gelingen sollte dies politisch durch Kontakte zu Politikern wie Nehru und Indira Gandhi, wirtschaftlich durch den Warenaustausch und die Unterstützung indischer Entwicklungsprojekte, propagandistisch mittels der Beeinflussung der Öffentlichkeit in den Medien sowie durch einen Kultur-und Wissenschaftsaustausch. Das Buch stellt dar, wie es Ost-Berlin trotz westdeutscher Gegenpositionen verstand, sich in Indien liberal und demokratisch zu präsentieren und sein Anliegen dort voranzubringen. Um nicht den Verdacht einer Abhängigkeit aufkommen zu lassen, wurde dabei eine zu große Nähe zur Sowjetunion vermieden. Zudem achtete man zumindest nach außen auf Distanz zu indischen Kommunisten. Die von Ost-Berlin aus gelenkte weitgefächerte Indienpolitik fand in der Freundschaftsbewegung der zweiten Hälfte der 1960er Jahre ihren massenwirksamsten Ausdruck. Doch letztlich konnten weder der Druck Ost-Berlins noch der Gegendruck Bonns die souveräne Entscheidung der indischen Regierung über die Anerkennung der DDR erkennbar beeinflussen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2009

Joachim Scholtyseck schätzt Johannes H. Voigts "solide? Studie über die Indien-Politik der DDR von 1952 bis 1972. Die Arbeit vermittelt in seinen Augen eine Reihe von neuen Aspekten zur Weltpolitik der DDR. Auf Grundlage der relevanten deutschen Quellen stelle der Autor die gegenseitige Annäherung zwischen den beiden Ländern nach Stalins Tod dar sowie die Bemühungen der DDR, von Indien völkerrechtlich anerkannt zu werden. Deutlich wird für Scholtyseck, dass die DDR für Indien diplomatisch gesehen ein "Leichtgewicht? blieb, woran auch die Propaganda der DDR, sich in Indien als das "bessere Deutschland? zu inszenieren, nichts änderte. Blamabel scheint dem Rezensenten das Scheitern einer Lieferung von 10.000 DDR-Traktoren wegen technischer Mängel. Für ihn war die Indienpolitik der DDR vor allem eins: "dilletantisch?.

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