Aus dem Lateinischen von Martin Luther. Herausgegeben von Stephan Füssel.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2003
Neu aufgelegt, im Faksimile, wird das meistverkaufte deutsche Buch seiner Zeit, die Lutherbibel aus dem Jahr 1534, die im folgenden Vierteljahrhundert schätzungsweise eine halbe Million Käufer fand. Wer auf das Original, nicht auf die revidierten Fassungen der nächsten Jahrhunderte zurückgreifen wollte, benutzte meist Nachdrucke der Ausgabe letzter Hand von 1545 - die nun vorliegende Ausgabe übt, meint der Rezensent Roland Kany, allerdings einen "noch höheren Reiz des Fremden und Ursprünglichen" aus. Ambivalent fällt Kanys Urteil zu den Kommentaren des Buchwissenschaftlers Stephan Füssel im Beiheft aus. "Lesenswert" findet er die Darstellung der 14 gedruckten Bibeln vor Luther und der Konkurrenzunternehmen von katholischer Seite. Dagegen sei der Text von sachlichen Fehlern nicht frei, der Rezensent führt als Beispiel eine falsche Erläuterung des Begriffs der "Apokryphen" an. Das ändert nichts daran, dass die Lektüre des Bandes ins "Innerste der deutschen Sprache" führt.
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