Die Krise der Organspende.

Anspruch, Analyse und Kritik aktueller Aufklärungsbemühungen im Kontext der postmortalen Organspende in Deutschland.
Cover: Die Krise der Organspende.
Duncker und Humblot Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783428149285
Kartoniert, 223 Seiten, 69,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Andrea M. Esser, Antje Kahl, Daniel Kersting, Christoph G. W. Schäfer und Tina Weber. 8 schwarz.weiße und 4 farbige Abbildungen, 8 schwarz-weiße Tabellen, insgesamt 8 Tabellen und 12 Abbildungen. Seit November 2012 gilt in Deutschland die sogenannte "Entscheidungslösung". Sie verfolgt das Ziel, die Zahl der Organspenden zu erhöhen. Durch intensivere "Aufklärung" sollen die Bürgerinnen und Bürger zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema angeregt und zu einer schriftlichen Dokumentation ihrer Entscheidung angehalten werden. Doch lässt sich der allseits beklagte "Organmangel" mit solchen Maßnahmen tatsächlich beheben? Oder kommt in den aktuellen Aufklärungsbemühungen nicht vielmehr eine tiefreichende "Krise der Organspende" zum Ausdruck, über die auch noch so gut gemeinte Werbekampagnen nicht hinwegtäuschen können? Der Band analysiert die gegenwärtige Situation der Organspende aus einer interdisziplinäreren Perspektive. Dazu werden die aktuellen gesetzgeberischen und politischen Maßnahmen ebenso wie die konkreten Aufklärungsmaterialien einer kritischen Prüfung unterzogen und Vorschläge für eine veränderte Informationspolitik gemacht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2018

Überaus lohnend findet Kim Björn Becker diesen Band der Görres-Gesellschaft zum Thema Organspende. Die Autoren behandeln das Problem des Spenderrückganges mit Courage, meint Becker und zeigen, das Versagen öffentlicher Institutionen und der Gesundheitspolitik auf. Auch die theoretische Einordnung des Themas gelingt laut Rezensent über eine Diskussion der Freiheitsbegriffe bei Mill, Kant und Hannah Arendt. Schwach dagegen erscheint Becker die redaktionelle Arbeit. Rechtschreibfehler, Redundanzen und "verquaste" Formulierungen wären sicher nicht nötig gewesen, meint er.
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