Im November 1911 verließen Robert F. Scott und vier Begleiter ihr Basislager in der Antarktis, um als erste Menschen überhaupt im Wettlauf mit einer norwegischen Expedition den Südpol zu erreichen. Als sie am 17. Januar 1912 endlich am Ziel eintrafen, mussten sie feststellen, dass das norwegische Team um Roald Amundsen schon da gewesen war. Tief enttäuscht kehrten die Männer um, völlig entkräftet starben sie auf dem Rückweg. Anhand zahlreicher Originalquellen wie des später bei dem Toten gefundenen Tagebuchs von Scott, schildert Diana Preston die gescheiterte Expedition, die zu den großen Tragödien in der Geschichte der Entdeckungen zählt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2011
Strapazen muss der Rezensent auch auf sich nehmen, ein schlampiges Lektorat nämlich. Allerdings ist das nichts gegen die Tortur einer Südpolbegehung, so viel räumt Urs Hafner ein. Das aus Anlass des sich zum hundertsten Mal jährenden Wettkampfes im Eis überarbeitete und neu aufgelegte Buch von 2011 (Original 1997) packt ihn allerdings trotz seiner Rechtschreibfehler und Wiederholungen. Die Fotos tragen dazu bei und die Tagebücher und Notizen Scotts und seiner Leute, deren Auswertung durch Diana Preston dem Rezensenten jedoch nicht immer kritisch genug erscheint. Insgesamt gefällt ihm Prestons vermittelnde Haltung zwischen Heroisierung und Kritisierung des Nationalhelden Scott aber recht gut. Weder die vielen Mängel der Expedition noch die Sympathien der Autorin für den Landsmann bleiben Hafner verborgen.
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