Aus dem Englischen von Harald Stadler. Bis über seinen 50. Todestag hinaus wird der Marineoffizier und Polarforscher Scott als britischer Nationalheld gefeiert, später jedoch gibt es scharfe Kritik an seiner Persönlichkeit, seinen Expeditionsvorbereitungen, seiner Kommunikation und Menschenkenntnis, in einigen Biografien erscheint er als "heldenhafter Stümper" und "Nichtskönner". In einer Kombination aus Abenteuerbericht, historischem Sachbuch und Biografie, die in einem großen Spannungsbogen nicht nur Scotts zentrale Expedition, sondern auch seine Herkunft beleuchtet, räumt Ranulph Fiennes mit Vorurteilen auf und verteidigt vehement Scotts Leistungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2013
Ranulph Fiennes hat als Erster die Erde zu Fuß umrundet und befindet sich gerade ohne Skier auf dem Weg zum Südpol. Wenn er also dazu berufen und qualifiziert fühlt, die Leistung des legendären Polarforschers Robert Scott zu beurteilen, findet Rezensent Oliver Kühn das plausibel. Mit Interesse verfolgt er Fiennes' Versuch, den Ruf des Abenteurers wiederherzustellen, den Roland Huntford mit seiner Biografie so nachhaltig ramponiert hat. Huntford hatte Scott vorgeworfen, durch seine Unerfahrenheit das Leben der Expeditionsgefährten fahrlässig aufs Spiel gesetzt zu haben. Wie überzeugend Fiennes Ehrenrettung letzten Endes ausfällt, möchte Kühn nicht entscheiden, er verweist lediglich auf die Argumentationslinien in den strittigen Fragen - etwa dass Scott die Schlitten von Ponies statt von Hunden ziehen ließ, nicht genug Fleisch organisiert hatte und eine Mitschuld am Selbstmord von Lawrence Oates trage. Aber am Ende, zuckt der Rezensent etwas unhistorisch mit den Schultern, kennen ja nur die Toten die Wahrheit.
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