Herausgegeben von Wilhelm Heitmeyer. Die jährlich erscheinende Reihe "Deutsche Zustände" untersucht Erscheinungsweisen, Ursachen und Entwicklungen "Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit" wie Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Sexismus in der deutschen Gesellschaft. In Folge 3 geht es um die Frage, ob sich der Trend zu wachsender gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zwischen 2002 und 2003 stabilisiert oder gar verstärkt hat. Außerdem werden die Ergebnisse aus den Jahren 2002 und 2003, wonach Frauen fremdenfeindlichere und rassistischere Einstellungen als Männer aufweisen, für das Jahr 2004 intensiv analysiert. Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich der Rolle der jeweils eigenen Bezugsgruppe und deren Einstellungen gegenüber verschiedenen schwachen Gruppen in der Gesellschaft. Im Essayteil kommen diesmal prominente Angehörige von Opfergruppen zu Wort.
Antisemitismus, Einwanderungspolitik und die Folgen der Arbeitsmarktreform bilden nach Auskunft von Rezensent Claus Leggewie den Schwerpunkt der dritten Folge der von Wilhelm Heitmeyer herausgegebenen "Deutschen Zustände". Wie er berichtet, sucht das Team empirischer Sozialforscher um den Bielefelder Konflikt- und Gewaltforscher Heitmeyer in einem zehn Jahre veranschlagten Langzeitprojekt ein "objektives Bild des sozialen Klimas" und insbesondere der "Nachtseiten der politischen Kultur des vereinten Deutschland" zu entwerfen. Als Generalthema nennt Leggewie "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" mit den Elementen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Heterophobie, Etabliertenvorrechte, Islamophobie und Sexismus. Vorliegender Band biete die Auswertung der jüngsten repräsentativen Erhebung, angereichert mit Fallgeschichten, Porträts und vertiefenden Analysen zu den Folgen der Arbeitsmarktreform, zur Einwanderungspolitik und zum Antisemitismus. Ein Ergebnis der Studie sieht Leggewie im Zusammenhang von wachsender Polarisierung zwischen Reich und Arm und den Vorurteilen und Feindseligkeiten gegen Schwache und Fremde. "Überraschend" findet Leggewie die aus dem Survey gewonnene These, Frauen seien nicht nur besonders islamophob, sondern generell fremdenfeindlicher und rassistischer als Männer, was sich bisher weder im Wahlverhalten noch in Gewaltakten gegen Fremde und Muslime wiederspiegle. In puncto Antisemitismus vermerke der Band einen Rückgang des klassischen Antisemitismus, während ein sekundärer, als Antizionismus oder Israelkritik daher kommender Antisemitismus auf dem Vormarsch sei. Insgesamt sind die Deutschen weder antisemitisch noch islamophob, resümiert Leggewie, aber die krisenhafte Desintegration der Gesellschaft lasse vorhandene Menschenfeindlichkeit stärker hervortreten.
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