Aus der Einleitung: "Es ist nicht Aufgabe des Romanführers, die ideologischen Hintergründe in der Haltung der Autoren zu bewerten, sondern dem Literaturfreund Einblicke in jene Romane oder Erzählungen zu bieten, die unter den besonderen Bedingungen der nationalsozialistischen Herrschafts- und Kulturpolitik geschrieben wurden. Abzulehnen ist eine pauschale Verunglimpfung jener Belletristik, die in der NS-Zeit entstand und viele Leser erreichte. So begegnen uns nämlich nicht nur glühende NS-Protagonisten mit ihren ersten Büchern, sondern auch solche Schriftsteller wie Günter Eich, Marie Luise Kaschnitz, Wolfgang Koeppen, Luise Rinser und Wolfgang Weyrauch, die nach 1945 ein prägendes Stück deutsche Literaturgeschichte mitgeschrieben haben. Die nachgeborene Generation sollte sich daher einer vorurteilsfreien Betrachtung verpflichtet fühlen."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2002
Hermann Kurzke bekam das Lesen der über vierhundert Inhaltsbeschreibungen dieser beiden Bände gar nicht gut. Schon die Absicht der Autoren, die Inhaltsangaben der zwischen 1933 und 1945 in Deutschland erschienen Roname "neutral" und "objektiv" zu veröffentlichen könne nicht funktionieren, legt Kurzke dar und belegt es mit Zitaten aus Inhaltsangaben wie diesem: "Lingen wird die Dringlichkeit einer Erhebung über das jüdische Finanzkapital und die Siegermächte immer bewusster." Ungerecht, "ja bösartig", findet der Thomas-Mann-Biograf Kurzke solche Scheinobjektivität. Vor allem verberge sich ihr - sowohl bei den Nazi- wie bei den Widerstands-Romanen - der eigentliche "Geist", die Absicht der Werke. Der weitgehende und vorsätzliche Verzicht auf Wertungen und Erläuterungen führe zu einer Präsentation, die sich einerseits vom "Nazi-Jargon" nicht lösen könne, andererseits die Auskunft über die kritische Absicht mancher historischen Romane verweigert. "Grauenhaft" nennt Kurzke diese Art der Egalisierung.
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