Herausgegeben von Petra Deger und Robert Hettlage. In dem Sammelband steht die Verbindung zwischen theoretischen und praktischen Bedeutungen von Raum als Grundlage politischer Organisationen von Territorien im Zentrum. Von besonderem Interesse ist auch die symbolische Konstruktion von Staaten (und anderen politischen Einheiten) sowie deren Implikationen für nationale und/oder räumliche Identität. Neue räumliche Bedingungen und das Verschwinden von Grenzen sind nicht nur ein politisches, sondern auch ein kulturelles Phänomen. Gerade im Prozess der Europäischen Einigung wird das deutlich: Da es klar ausgebildete nationale Identitäten gibt, ist noch kaum ein Ort für die Genese einer europäischen Identität zu sehen. Vielmehr geht man in Europa von einem funktionalen Mechanismus der Identitätsbildung aus. Diese funktionalistische Vorstellung ging in den ersten Jahrzehnten des Einigungsprozesses generell von der einigenden Kraft wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Prosperität aus.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2007
Instruktiv findet Leonhard Neidhart diesen von Petra Deger und Robert Hettlage herausgegebenen Band, der ein Dutzend Aufsätze aus verschiedenen Disziplinen zum Thema europäische Grenzen versammelt. Ein Thema, das Neidhart überaus wichtig erscheint, betreffen Veränderungen von Grenzen und Räumen in Europa doch nahezu alle Komponenten von Gesellschaft und Staat. Neben Ludger Preis' Beitrag über "Soziale Räume als Identifikationsräume" und Petra Degers Analyse der Bedeutung von "Europäisierung" hebt er Ulrich Halterns Aufsatz über die Beziehungen zwischen "Raum - Recht - Integration" und Simona Andrinis Beitrag über "Rechtskultur als europäisches Spezifikum" hervor. Besonders gefallen hat ihm Hartmut Kaelbles Darstellung zur Entwicklung von europäischen "Selbstverständnissen im 19. und 20. Jahrhundert".
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