Aus dem Kanadischen von Anna Melach. Parvana lebt mit ihrer Familie in Kabul, der Hauptstadt von Afghanistan. Seit die Taliban an der Macht sind, hat sich ihr Leben stark verändert. Mädchen dürfen nicht mehr zur Schule gehen, Frauen nur in männlicher Begleitung das Haus verlassen. Parvana geht jeden Morgen mit ihrem Vater zum Markt, wo er für andere Briefe liest und beantwortet. Als er verhaftet wird, ist kein Mann mehr da, der die Mädchen und ihre Mutter in der Öffentlichkeit begleiten könnte. Wie soll die Familie überleben? Bald ist klar, dass Parvana die einzige ist, die helfen kann: Sie muss sich als Junge verkleiden und Geld verdienen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.09.2001
Ein "Jugendbuch" nennt es die Rezensentin und hebt die eher zu einer Reportage passende Rechercheleistung der Autorin hervor, die selbst viele Monate in afghanischen Flüchtlingslagern verbracht hat, um die Geschichte ihrer fiktiven Romanfigur, des Mädchens Parvena, und die Lebensumstände unter einem frauenfeindlichen Regime zu erzählen. Auf die "spannende Rahmenhandlung" weist Ulrike Heidenreich hin, aber auch auf die Faktentreue bezüglich der "brutalen Gegenwart in Afghanistan." Dass die Autorin auch die Komik nicht scheut, schreibt Heidenreich, mache den harten Stoff tauglich für ein Jugendbuch. Die erwähnten beigefügten Landkarten, der Geschichtsabriss und das Glossar sind da sicher nicht weniger ausschlaggebend.
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