Mit 50 Abbildungen. In Zusammenarbeit mit Helen Singer. Aus dem Englischen von Gisela Kretzschmar. David McTaggart, der Mann, der Greenpeace International gründete und zu einer schlagkräftigen Organisation machte, agierte eher aus dem Schatten heraus. Hier schildert er u.a. die Hintergründe zum Stopp der französischen Atomtests, zum Walfangmoratorium, zum Antarktis-Abkommen und zur Tschernobylkatastrophe. Man erfährt die Namen der Mächtigen, die ihn unterstützten, und welch unkonventionelle Allianzen er mit ihnen schmiedete. Ein Leben gegen alle Regeln, das nur ein Ziel kannte: unseren Planeten für nachfolgende Generationen zu erhalten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.05.2002
Man nannte ihn den "Verrückten Kanadier", verrät Christoph Hirsch über David McTaggart, den Gründervater von "Greenpeace" - 1972 hatte er quasi im Alleingang beim südpazifischen Muroroa-Atoll einen französischen Atomtest verhindert. Ein Ereignis, das sein Leben umkrempelte. Zuvor habe McTaggart ein halbwegs konventionelles, dafür recht lustiges Leben geführt: immerhin hatte er von fünf Frauen vier Kinder, wie der Rezensent berichtet. Gerade im Fall McTaggarts sei die Vorstellung, dass Öko-Aktivisten schon in Wollpullover und Birkenstock zur Welt kämen, völlig falsch. Zumal der Kanadier einer Generation angehört, in der Umweltbewusstsein noch keine Rolle spielte. Um so engagierter wurde McTaggart im Alter, und seine "schillernden Erlebnisse", wie Hirsch schreibt, läsen sich ausgesprochen spannend. Hohe literarische Ansprüche dürfe man an die Autobiografie nicht stellen, dafür pflege der 2001 bei einem Autounfall ums Leben gekommene McTaggart einen offenen Erzählstil, der sympathisch und nur gelegentlich zu pathetisch erscheint.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.03.2002
Wieso Autor Mc Taggert sich in der Schilderung seiner Erfolge in erster Linie als egomanischer Chauvi, als "Heiner Lauterbach des Umweltschutzes" präsentiert, fragt sich Rezensent Günther Hoffmann angesichts eines Lebens, das "Stoff für einen Bildungsroman hergäbe". Über seine Motivation verliere Mc Taggart kein Wort, er gefalle sich anscheinend als Haudegen "ohne ethisches Leitbild", meint Hoffmann und erinnert an die Verdienste des im März 2001 verstorbenen führenden Greenpeace-Aktivisten, die auch durch diesen "Schundroman" nicht geschmälert werden.
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