Anschaulich und klar erzählt der Physiker und Journalist David Lindley, wie die bahnbrechende Entdeckung der Unbestimmtheitsrelation durch Werner Heisenberg in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts die bis dahin gültigen physikalischen Annahmen zum Einsturz brachte und unsere Sicht der Welt tiefgreifend veränderte. Mit seiner Entdeckung der sogenannten Unschärfe- oder Unbestimmtheitsrelation warf der junge Physiker Werner Heisenberg 1927 über Jahrhunderte geltende physikalische Gewissheiten über den Haufen. Unbestimmtheit wurde zu einem Teil der physikalischen Welt, die bisher ganz von Präzision, Vernunft und Kausalitäten beherrscht war - mit Folgen weit über die Physik hinaus. Die Vorstellung einer grundsätzlich existierende Unsicherheit traf sich mit dem Lebensgefühl der Zeit und wurde in Philosophie und Alltagskultur aufgegriffen. Albert Einstein wehrte sich vehement gegen Heisenbergs revolutionäre Einsicht, der dänische Physiker Niels Bohr hingegen erkannte ihre Größe und Tragweite.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2008
Gut genutzt erscheint Helmut Mayer der knappe Raum dieser Darstellung. Bei David Lindley erfährt der Rezensent sowohl über die ersten Atommodelle, als auch über alle weiteren Entwicklungen ("auch Sackgassen") hin zur Theorie der Quantenmechanik. Laientauglich, weil "Technisches ausgespart" bleibt, findet Mayer Wesentliches aus den Debatten zwischen Heisenberg, Bohr und Einstein deutlich genug festgehalten, um neue Physik als "spannende Geschichte", als Konfrontation verschiedener Ideale, Foschungswege und Naturelle zu erfahren. Dass der Autor bei allem Personeninteresse nicht zu anekdotisch wird, rechnet Mayer ihm hoch an. So, staunt er, ist sogar noch Platz für einen "Ausblick auf spätere Debatten", die die Bedeutung der Quantenmechanik zeigten.
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