Aus dem Englischen von Diane von Weltzien. 1899. Chevathar, Indien. Solomon Dorai rüstet sich zum Kampf. Seit vielen Jahren hat der Dorfvorsteher am Golf von Mannar für Frieden gesorgt, hat im christlich geprägten Süden des Landes die unterschiedlichen Kasten und Unterkasten ausgesöhnt und nicht zuletzt zur friedlichen Kooperation mit den Briten bewegt. Doch jetzt, im Zuge erster Unabhängigkeitsbestrebungen, brechen alte Feindseligkeiten wieder aus, und Solomons alter Widersacher Muthu Vedar hat den Dorais den Krieg erklärt.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 20.03.2003
Zwiespältig steht Rezensentin Katharina Granzin dem Romandebüt von David Davidar gegenüber. "Das Haus der blauen Mangos" ist zwar stellenweise "unterhaltsam", oft aber auch "gähnreizauslösend", urteilt Granzin. Davidar erzähle die Geschichte der indischen Familie Dorai und vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Unabhängigkeit Indiens. Doch den materialreichen Stoff sieht die Rezensentin viel zu starr umgesetzt. Die Personen blieben insgesamt blass und sind laut Granzin eher "Prototypen" als Charaktere. Auch die Handlung ist vorhersehbar, meint die Rezensentin, und die von Davidar eingesetzte Symbolik sei geradezu erschreckend klischeehaft: die erfolgreiche Tigerjagd als Voraussetzung für die Unabhängigkeit nennt Granzin hier als Beispiel und vermutet bei Davidar gar ein "hinter nostalgischen Klischees verborgenes reaktionäres Weltbild". Dieser Verdacht scheint ihr dann die Lektüre etwas vergällt zu haben, auch wenn "Das Haus der blauen Mangos" alles in allem "recht hübsch" erzählt sei, wie sie am Ende zugibt.
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