15 ausgewiesene Experten aus Wissenschaft und Kultur werden im Auftrag der Gedenkstätte "Yad Vashem" zum Thema Holocaust befragt. Die Gesprächssituation ermöglicht es, komplexe Themenzusammenhänge und die Ergebnisse jahrzehntelanger Forschung schlaglichtartig zu fokussieren: Die Spezialisten aus den Bereichen Geschichte, Philosophie, Religions- und Literaturwissenschaft stellen sich u.a. den Fragen: Warum die Juden und warum die Deutschen? Waren die Täter"ganz normale Männer"? Wie wichtig war die Person Adolf Hitler für die Genese des Holocaust? Wodurch unterscheiden sich die intentionalistische und die funktionalistische Schule in der Erklärung des Holocaust? Welche Kontinuitäten bestehen zwischen dem traditionellen Antisemitismus und dem NS-Antisemitismus? Die Gesprächspartner sind: Aharon Appelfeld, David Bankier, Yehuda Bauer, Christopher Browning, Jacques Derrida, Israel Gutman, Saul Friedländer, Susanne Heim, Dominick LaCapra, Franklin Littel, Michael Marrus, Hans Mommsen, Gabriel Motzkin, Shulamit Volkov, James E. Young.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2007
Jörg Später ist angesichts der wenig ergiebigen Antworten auf "Fragen zum Holocaust" enttäuscht. Da zehn Jahre zwischen den Interviews, die Studenten der Internationalen Schule für Holocaustforschung in Jad Vaschem mit bekannten Forschern wie Hans Mommsen, Aharon Appelfeld oder Jacques Derrida führten, und der Publikation dieses Buches vergangen sind, sind die Positionen der Befragten und ihre Schwerpunkte hoffnungslos veraltet, klagt der Rezensent. Statt Debatten über Goldhagen oder verstaubte Erörterungen über "Funktionalisten und Intentionalisten" hätte Später lieber aktuelle Auseinandersetzungen zum 11. September, den Terrorismus oder den weltweiten Antisemitismus gelesen und so kann er dem Buch insgesamt nicht viel abgewinnen, wenn er auch immerhin dem Interview mit Appelfeld mit dessen Appell zu mehr "Empathie" bescheinigt, einen für die Zeit ungewöhnlichen Standpunkt zu vertreten.
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