Er war ein literarisches Multitalent - leidenschaftlich, scharfsinnig und immer auch (selbst-)kritisch. Schon früh hatte Friedrich Torberg (1908 - 1979) sich dem lustvoll-unbehaglichen Schicksal eines Schriftstellerdaseins ergeben. 1930 gelang ihm mit "Der Schüler Gerber hat absolviert" ein fulminantes Romandebüt. Torberg war aber auch ein grandioser Theater- und Literaturkritiker und arbeitete als Parodist und Übersetzer (vor allem der Satiren Ephraim Kishons). David Axmann schildert das Leben und Wirken des einflussreichen Literaten, der, wie er selbst einmal bekannte, immer zuviel auf einmal machte, und da ihm nichts davon überzeugend misslang, bis an sein Lebensende nicht damit aufhörte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.09.2008
Eine "überwiegend solide geschriebene, lesenswerte Lebensbeschreibung" des Schriftstellers Friedrich Torberg hält Rezensent Oliver Pfohlmann in Händen - echte Begeisterung klingt anders. Das Buch im Untertitel als "die" Biografie zu bezeichen, findet er "vollmundig" und richtig überzeugt hat den NZZ-Rezensenten offenbar nur die Schilderung der schwierigen Exil-Jahre Torbergs in den USA ab 1940. Wenn es allerdings um die weniger rühmlichen Seiten des österreichisch-jüdischen Autors geht, ist der Rezensent mit der Darstellung gar nicht einverstanden: Verharmlost werde Torbergs Verbindung zur CIA, mit deren Hilfe er die Monatszeitschrift "Forum" herausgegeben hat, und neue Erkenntnisse darüber seien erst recht nicht zu finden. Auch Torbergs Intrigen gegen Intimfeindin Hilde Spiel, die der "Überzeugungskakanier" als PEN-Präsidentin verhinderte, werden Pfohlmann nicht kritisch genug gewürdigt.
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