Warum wir geteilten Wohlstand brauchen, um unsere Demokratie zu retten
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2026
ISBN
9783103977653 Gebunden, 640 Seiten, 34,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Henning Dedekind, Helmut Dierlamm, Heike Maillard und Thomas Stauder. Die westlichen Demokratien stecken in der Krise, denn die Versprechen des Liberalismus - Freiheit, Chancengleichheit und Wohlstand für alle - wurden nicht eingelöst. Stattdessen vergrößert heute eine liberale Elite, die ihre eigenen Werte verraten hat, die soziale Ungleichheit und fördert so politischen Frust. Acemoglu analysiert die Hintergründe und schlägt einen Ausweg vor: einen neuen Liberalismus, der auf Freiheit, Wirtschaftswachstum und Gemeinschaft setzt.
Der Ökonom und Nobelpreisträger Daron Acemoglu sieht die Demokratie und Wohlstand in den westlichen Staaten gefährdet. Dafür verantwortlich macht er vor allem einen linken Liberalismus, der ursprünglich die Chancengleichheit verbessert hat, sich in der postindustriellen Gesellschaft jedoch weit von den Ärmeren entfernt habe, fasst Rezensent Martin Hubert den Inhalt von Acemoglus Buch zusammen. Den so entstandenen Spannungen sei man dann auch noch mit dem Versuch begegnet, manipulativ und mit Hilfe universeller Rechte die Werte der Bevölkerung zu formen. Hubert ist nur halb überzeugt. Dass der Liberalismus ein Problem hat, versteht er. Aber wie soll man ohne universelle Werte diskutieren, fragt er, ohne dass die Debatte in einen ordinären Machtkampf abgleitet? Überzeugender findet er, dass der Autor durchaus pragmatische Vorschläge für mehr Chancengleichheit macht: Verbesserung der Infrastruktur und der staatlichen Daseinsfürsorge, ja sogar über Umverteilung spricht Acemoglu, wenn er hier auch etwas vage bleibt. Ein "rettendes Konzept" für die westlichen Demokratien findet Hubert hier zwar nicht, aber viel Diskussionsstoff.
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