Aus dem Amerikanischen von Johanna Wais. Das Märchen von männlichen und weiblichen Gehirnen: Wissenschaft macht Politik - und formt die Gesellschaft. So hat die männlich dominierte Hirnforschung über Jahrhunderte wirkmächtig die Lüge von den strukturellen Unterschieden zwischen männlichen und weiblichen Gehirnen "bewiesen" - und damit die biologische Überlegenheit des Mannes manifestiert. Die israelische Neurowissenschaftlerin Daphna Joel deckt auf, warum sich dieser Mythos so hartnäckig hält und wer von ihm profitiert. Sie belegt anhand neuester Studien und ihrer eigenen Grundlagenforschung, dass Männer- und Frauengehirne nicht von Natur aus unterschiedlich ticken, und erklärt, was wirklich unser Denken und unser Handeln beeinflusst.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 21.05.2021
Rezensent Volkart Wildermuth trifft auf Altbekanntes wie auf Spannendes zum Thema Gender im Buch der Neurowissenschaftlerin Daphna Joel und der Journalistin Luba Vikhanski. Das Plädoyer der beiden Autorinnen, Geschlechterkategorien aufzuheben und die prinzipielle Intersexualität des Menschen anzuerkennen, liest Wildermuth mit Interesse, ebenso Joels Untersuchung weiblicher und männlicher Gehirne, ihrer vermeintlichen Unterschiede und was daraus zu folgern wäre. Unterhaltsam und anregend, findet der Rezensent.
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