Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2010
Wissenschaftliche Erkenntnisse über die Bedeutung von Straftaten im Kindesalter sind rar, weiß Manuella Lenzen. Um so mehr weiß sie diese Auswertung der "Marbacher Kinderdelinquenstudie" zu schätzen, die zwar keine "knalligen Thesen", dafür aber auf genauen Langzeitbeobachtungen basierende Ergebnisse präsentiert, wie Lenzen erklärt. Die 263 über einen Zeitraum von etwa 30 Jahren untersuchten Fälle lassen die Mediziner Helmut Remschmidt und Reinhard Walter zu dem Schluss kommen, dass mit mehrfacher Kinderdelinquenz das Risiko einer "kriminellen Karriere" steigt. Was die von den Autoren aufgeführten "Risikofaktoren" betrifft, niedrige soziale Schicht, unvollständige Familien usw. hätte sich Lenzen eine selbstkritischere Haltung gewünscht. Diese Dinge, so warnt sie, könnten schließlich "zum Guten wie zum Bösen" ausschlagen, menschliches Verhalten lasse sich nicht als Faktorenanalyse begreifen.
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