Kurz vor Pfingsten ist Erich im Auto unterwegs. Er plant, seiner Frau zum runden Geburtstag ein Pferd zu kaufen, doch dann wirft ihn ein unerwarteter Anruf von ihr aus der Bahn. Weitab gerät er unter Heerscharen andalusischer Wallfahrer, die zum kleinen Ort El Rocio im Schwemmland des Rio Guadalquivir aufgebrochen sind. Ihr rhythmischer Wirbel entledigt ihn auf Schritt und Tritt seiner Vorsätze, Irrtümer und Versehrungen. Vom Kreisel der Sevillanas tanzenden Pilger hin zum unersättlichen Strudel ihrer Masse bis zu ihrer gänzlichen Auflösung, treibt es Erich in eine neue Ahnung von Leben. Ein Roman über die Liebe, aber kein Liebesroman. Er handelt von vielem, nur nicht von Gott.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2025
Daniel Ganzfrieds neuer Roman begleitet Erich, der seiner Frau Cécile gegen ihren Willen ein neues Pferd kaufen will und dafür nach Spanien fährt, erzählt Rezensent Rainer Moritz. Cécile lehnt nicht nur dieses ihr zugedachte Geschenk ab, sondern gleich den Mann an sich. Erich lande daraufhin mitten in einer andalusischen Kleistadt, die sich gerade in der Vorbereitung zur Wallfahrt nach El Rocío befinde, und fange an, sich dort zu integrieren. Das weiß Moritz nicht recht zu überzeugen, ihn stört der Schematismus, mit dem die Figuren belastet sind, Cécilie mit ihren herrischen Zügen, Erich mit seiner seltsam blass bleibenden Selbstbezogenheit. Auch eine Vielzahl an schiefen Wort- und Satzungetümen macht das Buch für ihn zu einer "unfreiwilligen sprachlichen Irrfahrt".
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