Klappentext
Über Jahrzehnte sind junge Frauen in der Musikindustrie benutzt und diskriminiert worden: Egal ob Fans, Groupies, Journalistinnen, Mitarbeiterinnen oder Sängerinnen selbst - der Mythos von Sex, Drugs und Rock'n' Roll, das viele Geld und das extreme Machtgefälle haben sexualisierter Gewalt über alle Genres hinweg den Boden bereitet. Die Diskussion um die Vorwürfe gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann zeigt: Diese Zustände brechen jetzt auf. Frauen wehren sich. Und sie finden endlich Gehör. Lena Kampf und Daniel Drepper haben über viele Monate hinweg recherchiert und mit mehr als hundert Menschen aus der Musikindustrie gesprochen. Die Autoren erzählen vom Machtmissbrauch in der Musikindustrie. Sie beschreiben die Strukturen, die einen solchen Missbrauch ermöglichen. Und sie zeigen, warum dieses System jetzt allmählich ins Wanken gerät.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.06.2024
Rezensent Ueli Bernays begrüßt das Buch von Daniel Drepper und Lena Kampf, das sowohl den Lindemann-Skandal aufrollt als auch einen größeren Zusammenhang herstellt und zeigt, dass die Geschichte der Groupies schon immer eine von Machtmissbrauch und Klüngel gewesen ist. Anhand der Missbrauchsskandale um Lindemann, R. Kelly, P. Diddy oder auch Marilyn Manson zeigen die Autoren laut Bernays, dass auch Manager und Produzenten in den systematischen Missbrauch vornehmlich weiblicher Fans verwickelt waren bzw. sind. Auch dass der Tabubruch neuerdings wieder an Attraktivität gewonnen hat, können die Autoren zeigen, staunt Bernays. Für den Rezensenten gut recherchierte, aufschlussreiche Lektüre.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 25.05.2024
Vor einem Jahr hat sich die Debatte um Rammstein und die berüchtigte "Row Zero" entspannt, erinnert Rezensentin Julia Encke. Die Nordirin Shelby Lynn hatte öffentlich gemacht, der Sänger Till Lindemann nutze seine Macht und seinen Status, um an Sex mit jungen Frauen zu kommen. Die Investigativjournalisten Daniel Drepper und Lena Kampf haben nun ein Buch darüber geschrieben, wie es um Machtmissbrauch im deutschen Musikbetrieb bestellt steht, in dem Encke die Geschichte der Groupies nachlesen kann, aber auch das problematische Verhalten von Universal, dem größten Musiklabel der Welt. Die Frage, warum das Publikum die Band ein Jahr später nun umso stärker feiert, wird für sie nicht zufriedenstellend beantwortet, aber sie ist sich sicher, dass das Buch wichtige Debatten anstoßen wird, nicht nur zur Frage, wie der Musikbetrieb funktioniert und funktionieren sollte, sondern auch, wie wir damit umgehen, wenn Vorwürfe im Raum stehen, zu deren Klärung das Strafrecht nur bedingt beitragen kann - letzteres sicher auch eine Einsicht aus den zahlreichen Rechtsstreitigkeiten, die die Recherchen zum Fall Rammstein und Till Lindemann ausgelöst hatten. Die Buchautoren hatten zu der Recherchegruppe aus Privat- und öffentlich-rechtlichen Medien gehört, die die Vorgänge um Rammstein zuerst thematisierte.
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