Die digitale Revolution verändert unsere Arbeits- und Lebenswelt in rasendem Tempo. Wo bleibt dabei der Mensch? Daniel Cohen zeigt anschaulich, dass die Umwälzungen, die heute oft bedrohlich erscheinen, ungeahnte Möglichkeiten und Freiheiten für uns alle eröffnen. Potenziell wird der Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen immer mehr in den Mittelpunkt rücken - doch dazu müssen wir jetzt die richtigen Entscheidungen treffen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2002
Auf den ersten Blick scheint alles klar: Daniel Cohen, der Berater Jospins, argumentiert gegen Jeremy Rifkins Thesen vom "Ende der Arbeit", für eine Fortsetzung linker Politik. Auf den zweiten Blick, so Karen Horn, ist das schon nicht mehr so deutlich. Oft läuft es aufs dialektische Sowohl-als-auch hinaus, wenn Cohen etwa wirtschaftspolitisch fordert, Angebot wie Nachfrage müssten unterstützt werden. Auf Polemik mit sozialistischer Rhetorik folgen in der Regel, meint die Rezensentin hin- und hergerissen, durchaus vernünftige Argumente. Cohen verteidigt den Kapitalismus gegen Marx (gut so, erklärt die Rezensentin) und fordert dann das grundsätzliche Recht jeden Arbeitnehmers auf selbstbestimmte "berufliche Auszeiten" (Horn ist entsetzt). Gegenüber der neuen Computer-New-Economy bleibt er sehr skeptisch, sie bringt, so sein Argument, die "Autonomie der Arbeiter" in Gefahr. Da wird am Ende die Rezensentin doch noch richtig böse: wer so daherschreibt, meint sie, muss sich über Wahldebakel nicht wundern.
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