Dagmar von Gersdorff

Marianne von Willemer und Goethe

Geschichte einer Liebe
Cover: Marianne von Willemer und Goethe
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783458171768
Gebunden, 302 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Bei seinem Jugendfreund Johann Jakob Willemer lernte Goethe Marianne Jung kennen. Sie war die "Pflegetochter" des reichen Frankfurter Bankiers, der die erst sechzehnjährige Schauspielerin und Tänzerin ihrer Mutter buchstäblich abgekauft und zu sich ins Haus geholt hatte. Die junge Frau war nicht nur "liebenswürdig" und "anmutig", sondern auch intelligent und so verführerisch, daß der junge Clemens Brentano sich spontan in sie verliebte und sie heiraten wollte. Marianne war eine phantasievolle Erzählerin, sie spielte Klavier und sang hinreißend Goethes Lieder zur Gitarre. Sie ergänzten sich: der berühmte Dichter und seine schöne Interpretin. Sie teilte nicht nur seine poetische Liebe zum Orient, sondern antwortete seinen leidenschaftlichen Versen auch mit eigenen Liebesgedichten. Ein Wechselgesang entstand, ein Dialog in Gedichten, wie es ihn nie zuvor in der deutschen Literatur gegeben hatte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.04.2004

Wichtige Verdienste hat sich Dagmar von Gersdorff in Manfred Kochs Augen mit diesem Band erschreiben, der die Geschichte Goethes und Marianne von Willemers nachzeichnet. Die beiden begegneten sich 1814 und verbrachten die Sommermonate des folgenden Jahres auf dem Landsitz der Willemers. Sie war damals einunddreißig und mit dem genialen Bankier und weniger begabten Literaten Johann Jakob Willemer verheiratet, Goethe schon etwas in die Jahre gekommen. Während ihr Liebesbegegnung entstand ein großer Teil des "West-östlichen Diwan". Manfred Koch weiß zu schätzen, dass Gersdorff mit viel Sympathie, aber auch taktvoll die involvierten Personen behandelt und mit Marianne Willemer eine Autorin ehrt, die sich nicht nur als Co-Autorin des Diwans ausgezeichnet hat. Vorbehalte meldet er allerdings dagegen an, dass Gersdorff die Entstehung des Diwans auf die Liebesgeschichte reduziert. Damit erwecke sie den Eindruck, als handle es sich beim Diwan um "liebestrunkene Erlebnislyrik".

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