Zwölf Portäts von Frauen, geboren 1939-1945, deren Väter gefallen, vermisst oder nach jahrelanger Kriegsgefangenschaft heimgekehrt sind. Sie schärfen den Blick der eigenen wie der nachfolgenden Generation, auch auf die 1950er Jahre.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2007
Sichtlich beeindruckt ist Beatrice Eichmann-Leutenegger über die von Cornelia Staudacher in diesem Band versammelten zwölf Frauen-Porträts. Aus den mit Original-Tönen der betroffenen vaterlosen Kriegskinder angereicherten "fesselnden" Biografien liest sie Konstanten heraus: Das Gefühl der Schutzlosigkeit, Kompensationsversuche. Ob allerdings die Ecken und Kanten der einzelnen Lebenswege so "monokausal" wie in diesem Buch dem fehlenden Vater zugeschrieben werden sollten, lässt die Rezensentin lieber offen. Und erinnert stattdessen an die alleinsorgenden Mütter, diese "beherzten Frauen".
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 09.11.2006
Spürbar beeindruckt ist Rezensentin Ursula März von den Lebensgeschichten von zwölf in den Dreißiger- und Vierzigerjahren geborenen Frauen, die Cornelia Staudacher protokolliert hat. Gemeinsam ist ihnen, dass sie ohne Väter aufgewachsen sind, da diese im Zweiten Weltkrieg gefallen oder in Kriegsgefangenschaft genommen worden waren. März lobt, wie taktvoll und zurückhaltend die Autorin diese schwierigen Viten nacherzählt, in denen den Töchtern durch die Abwesenheit des Vaters und das Vorbild der Mütter, die sich nur notgedrungen in der Rolle des Familienoberhaupts zurechtfanden, die Ausbildung ihrer eigenen weiblichen Rolle erschwert wurde.
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