Constantin Gillies

Wie wir waren

Die wilden Jahre der Web-Generation
Cover: Wie wir waren
Wiley-VCH, Weinheim 2003
ISBN 9783527500666
Gebunden, 279 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Constantin Gillies schreibt über den Sommer, in dem sich alle in die Wirtschaft verliebten, als aus Studenten Millionäre wurden und die Börsenkurse explodierten. Er gibt das Lebensgefühl und die Euphorie der Dotcom-Ära wider und zeigt, welche Spuren diese Zeit überall hinterlassen hat. Denn: wir arbeiten jetzt alle bei Dotcoms.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.02.2004

Ralf Nöcker stört sich an zuviel Unterhaltung und zu wenig Information in Constantin Gillies' Rückblick auf die New Economy: Zwar habe der Autor in den Jahren 1995 bis 2001 "mächtig" Material über Boom und Bang der "Internetblase" gesammelt, breite dieses aber recht beliebig aus - stets mehr darauf bedacht, mit einer Anekdote zu amüsieren, als ernsthaft zu beleuchten. Zudem kamen dem Rezensenten Zweifel an der Glaubwürdigkeit einiger "Zoten", die durch den Eindruck eines keineswegs sorgfältigen Lektorats, dem einige Fehler und Wiederholungen entgangen sind, noch verstärkt wurden. Spaß allerdings, versichert Nöcker, mache die Lektüre trotzdem.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.08.2003

Constantin Gillies heißt nicht nur so ähnlich wie Florian Illies, er ist, wie man von Judith Luig erfährt, auch sonst vom selben Schlag: "Beide Thirtysomethings sind Typ gebügelte Hemdenträger und haben an der konservativen Bonner Uni studiert." Gillies allerdings Volkswirtschaft. Und Gillies hat zudem dann auch noch, wie die Rezensentin weiter berichtet, lange genervt, "Generation Golf" nicht selbst geschrieben zu haben. Mit dem besprochenen Buch habe er insofern also, so Luig, "zum Gegenschlag ausgeholt" und "sein eigenes Generationsgefühlsbuch" vorgelegt, sich für seine Chronik des Aufstiegs und Niedergangs der "Netzgiganten" der Neunziger, so erfahren wir, aber ebenfalls "das Prinzip Anekdote zu eigen gemacht". Daneben gibt es "Heldenporträts" zu einzelnen New-Economy-Erfolgsgeschichten. Gefallen hat der Rezensentin daran immerhin, dass, wie sie schreibt, hier alles gut recherchiert sei und "schön geschrieben ist es außerdem". Vom Inhalt erfahren wir, dass Gillies sich nach Kräften bemüht, die neue "Cool Economy", ihre Werte und ihre Protagonisten zu glorifizieren. Auch wenn vieles sich der etablierten Wirtschaft schnell wieder anglich. Gillies glaubt eben, wie wir erfahren, auch nachdem der große Hype vorbei ist: "Die Werte der Wildwirtschaft bestimmen künftig die Weltwirtschaft. Nichts wird so sein, wie es war."