Mit Fotografien von Bertram Kober. Nichts ist geheimnisvoller für uns Menschen, als unter die Erdoberfläche zu schauen: Die Höhlen, die Bergwerke, die Abraume - alles eine verwunschene Landschaft, die die Phantasie bewegt. Aber nicht selten können solche Sehnsuchtsorte auch mit viel Schmerz, mit Verlust und mit Beschädigungen der menschlichen Würde verbunden sein. Und davon erzählt Clemens Meyer in seinem neuen Buch. Und, wie immer bei ihm, mit zum Teil ungehörigen Wendungen und unvermuteten Ausgängen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2021
Rezensentin Nicole Henneberg nimmt Clemens Meyer den angry young Schriftsteller ab. Wie Meyer sich mit existenziellem Schreiben gegen Wohlfühlliteratur positioniert, findet sie nicht nur glaubwürdig, sondern auch unterhaltsam. Über seine poetologische Position klärt der Autor die Rezensentin in einem Essay auf, die Praxis liefern die drei ebenso im Band enthaltenen drei Kurzgeschichten. Meyer kann Räume und Figurenkonstellationen mit wenigen Strichen genau vermitteln, meint Henneberg, er erkundet "hochkonzentriert" Tiefenschichten seiner Figuren und entwirft Zeitbilder. So muss Literatur sein, findet die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.10.2021
Rezensent Jörg Magenau fährt mit den hier versammelten Texten von Clemens Meyer in die menschliche Psyche hinein wie in ein Bergwerk. Zu bewundern ist an den Texten laut Magenau die Intensität der Arbeit am Stoff, das Vordringen ins Dunkel der Erinnerung. Meyers Sinn für das Abgründige wie für das Randständige zeichnet die Geschichten laut Rezensent ebenso aus wie die Fähigkeit des Autors, mit wenigen Strichen ganz unsentimental die traurigste Atmosphäre zu schaffen, und die Figuren dabei nie zu verraten. Bertram Kobers Fotos im Band mit ihren Motiven des Verfalls scheinen Magenau gut zum Text passen.
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