Klappentext
Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki. Drei außergewöhnliche Frauen in drei Jahrhunderten geben in "Missitalia" den Ton an: Amalia versammelt als eine Art Mutter Courage im Krieg Waisen und Ausreißerinnen in der süditalienischen Basilikata um sich. Hundert Jahre später, als man in der Region nach Erdöl sucht, wird die junge Wissenschaftlerin Ada quasi aus Zufall zur Spionin. Und schon in der Zukunft ist es A, die das Leben auf dem Mond vorbereiten soll. Durastanti ergründet Mythos und Geschichte, die Veränderungen der Gegenwart und der Zukunft.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 28.09.2026
Claudia Durastanti hat mit diesem Roman ein "prächtiges Triptychon" über Frauen aus drei Jahrhunderten in Süditalien vorgelegt, freut sich Rezensent Maximilian Mengeringhaus. Der Mezzogiorno ist eine der ärmsten Regionen Italiens, viele technische Revolutionen haben den Landstrich gar nicht erreicht, lesen wir, hier leben die drei Frauen, deren Leben Durastanti jeweils Mitte des 19., 20. und 21. Jahrhunderts angesiedelt hat: Amalia, eine "raubeinige Herbergsmutter", Ada, eine Anthropologin und später Spionin, und A, die in einer nahen Zukunft lebt und die Chance bekommt, auf den Mond umzusiedeln. Diese drei sind nicht nur über ihre Anfangsbuchstaben verbunden, wie der Kritiker erklärt, sondern vor allem über die Region, aus der sie stammen, die Frauenfeindlichkeit und die Rückständigkeit, die sie zu allen Zeitenerfahren. Mengeringhaus ist überzeugt von den lebendigen Dialogen und den packenden Szenen, die auch Sex und Gewalt nicht ausklammern, und von Annette Kopetzki großartig übersetzt wurden.
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