Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer. Eine Familiengeschichte, die über Kontinente hinweg, vom kolonialen Amerika über das Europa der zwanziger und dreißiger Jahre und in die USA von den 1950ern bis herauf in die Gegenwart reicht, das ist Benfeys Erinnerungsbuch. Sein Vater Otto Theodor stammte aus der Verlegerdynastie Ullstein, seine Mutter aus einer amerikanischen Maurer- und Tabakpflanzerfamilie; sein Großonkel, der Bauhaus-Künstler Josef Albers, unterrichtete am Black Mountain College Größen der Moderne wie Robert Rauschenberg. Der rote Faden, der sie verbindet, bleibt aber immer die Geschichte der Familie, die uns auf die Spuren der titelgebenden Materialien führt: Sand, Stein und Ton.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2014
Rezensentin Rose-Maria Gropp ist erst ziemlich begeistert davon, wie sich hinter einem eher bescheidenen Titel dann doch ein höchst interessanter Stoff, eine ganze Welt, entfaltet, mit der sie nicht gerechnet hätte. Der amerikanische Autor Christopher Benfey entpuppt sich als so gelehrter wie fantasiebegabter Erzähler einer Familiengeschichte mit, wie es Gropp scheint, exemplarischer Bedeutung. Besonders spannend wird es für die Rezensentin, wenn Benfey die Linien seiner weitläufig verstreuten Familie über Zeiten und Räume hinweg bis ins alte Europa und nach Berlin verfolgt und dabei nicht nur über persönliche Schicksale berichtet, sondern auch historische Ereignisse streift. Zusammengehalten wird die Erzählung laut Gropp durch das Material Ton, der Ziegelverarbeitung genauer gesagt, der sich der Großvater des Autors als erster in der Familie widmet. All das sieht Gropp kunstvoll verwoben, bis sich der Autor im dritten Teil des Buches etwas verzettelt. Eine gelungene Geschichte von der Suche nach dem "mütterlichen Stoff" ist das Buch für Gropp dennoch geworden.
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