Christoph Zöpel hat als nordrhein-westfälischer Minister den Umbau der Emscherregion im Rahmen der IBA Emscherpark initiiert und im Laufe der achtziger Jahre dem Ruhrgebiet viele städtebauliche Impulse verliehen. Er stellt in diesem Buch seine anregenden Überlegungen vor, zwischen Ruhr und Lippe nicht einfach nur groß zu sein sondern auch in entsprechenden Dimensionen zu denken und zu handeln. Der Ballungsraum Rhein-Ruhr, so sein Plädoyer, sollte ein Stadtverbund werden: Global handeln, in Wissenschaft und technisch-ökonomischen Innovationen sowie in Kultur Weltgeltung erlangen, für die ökologische Revitalisierung von Ballungsräumen weltweit Vorbild sein. Dieser Stadtverbund umfasst das Ruhrgebiet, Düsseldorf und den Kreis Mettmann. Die Weltstadt Ruhr ist nach London und Paris der größte Ballungsraum Europas und der größte Ballungsraum in Europa, der nicht Hauptstadt ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.09.2005
Christoph Zöpel legt mit diesem Buch zur Strukturentwicklung des Ruhrgebiets einen "großen Entwurf" und zudem eine "komplexe Analyse" des gegenwärtigen Entwicklungsstandes vor, lobt Roland Günter. Ihm sagt es sehr zu, dass der Autor, der in den 70er Jahren für die Internationale Bauausstellung Emscherpark verantwortlich war, sich in diesem Band nicht an den hohlen Phrasen der "Urbanismus-Diskussion" beteiligt, sondern sich statt dessen für die "Entwicklung und Darstellung der eigenen Potentiale" des Ruhrgebiets stark macht. Der Rezensent berichtet auch zustimmend von dem Bemühen Zöpels, das Ruhrgebiet weniger unter wirtschaftlichen Aspekten, sondern verstärkt unter "kulturellen und ästhetischen" Gesichtspunkten in den Blick zu nehmen und zu fördern. Wenn Günter auch andeutet, man könnte dem Band fehlende "Kritik" vorwerfen, etwa an dem Umstand, dass das Ruhrgebiet "die wunderbaren Jahre der IBA weitgehend verschlief", so zeigt er sich doch alles in allem sehr angetan von den Ausführungen des Autors .
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