Christoph Meckel

Tarnkappe

Gesammelte Gedichte
Cover: Tarnkappe
Carl Hanser Verlag, München 2015
ISBN 9783446247642
Gebunden, 976 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Christoph Meckel ist unstreitig einer der bedeutendsten Lyriker der Nachkriegsliteratur, und doch ein literarischer Einzelgänger. Kein Autor hat "die Tradition des Gesangs und des Liedes derart intensiv aufgenommen" (Lutz Seiler). Die "Gesammelten Gedichte" machen ein großes Gesamtwerk zum ersten Mal zugänglich, ein Werk, das in dieser umfassenden Form auch für Kenner nahezu unbekannt ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2015

Der zum 80. Geburtstag des Dichters erscheinende Band mit den gesammelten Gedichten von Christoph Meckel erscheint Beate Tröger wie das Schlussstück eines Kreises, der mit dem gleichnamigen ersten Gedichtband Meckels beginnt. Wie sich dem Autor nähern, fragt Tröger und probiert es mit Meckels Poetikvorlesungen und mit seiner Biografie, um festzustellen, dass es am besten noch mit den Gedichten und also mit diesem Buch geht: "Das wissen wir: als Gott sich am Finger verletzte / schuf er die Kirsche aus einem Tropfen Blut. / Du hast es leichter als er, die Kirschen sind fertig / wenn du die Augen aufschlägst im grünen Juni", zitiert Tröger dem Gedicht "Die Kirschbäume". Dass Meckel mit Randfiguren sympathisiert und mit dem "Zirkusbunten", dass er bestimmten Motive über ein Schreiberleben lang treu blieb und er wahrhaft eine poetische Existenz führte und führt, vermag die Rezensentin anhand der hier chronologisch und in der Fassung letzter Hand versammelten, vom Autor mit edierten Texte zu erfahren.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2015

Martin Zingg freut sich über die gesammelten Gedichte Christoph Meckels. Auch wenn er lieber keine Reduzierungen vornehmen möchte und Meckels Texten eine große Bandbreite von Themen und Motiven und Formen attestiert, findet Zingg auf den 960 Seiten des Bandes die Meckelsche Entschlossenheit, eine eigene Welt fern von künstlerischen Ideologien und Tendenzen zu erschaffen. Dahinter vermutet er zentrale Erfahrungen des 20. Jahrhunderts, Gewalt, aber auch die Liebe. Als Verse, die einschlagen wollen, empfiehlt Zingg uns Meckels Lyrik auf jeden Fall.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.06.2015

Als Seismograf seiner Zeit bezeichnet Nico Bleutge den Dichter respektvoll. Christoph Meckels hier versammelte Gedichte aus insgesamt 30 Einzelbänden offenbaren dem Rezensenten Wege in verlorene Reiche, eine riesige Formen- und Themenvielfalt zwischen Fantasie und Kriegserfahrung, antiken Hexametern und Langzeilen sowie immer wieder Verschiebungen und Verwandlungen oder den Klang erfundener Tiere. Mit der Erkenntnis, dass nicht alles in diesem Band frei von Plakativem ist, aber Meckel oft der hohe Ton gelingt und das Sichtbarmachen der Durchdringung der Zeitschichten, geht der Rezensent aus dieser Lektüre hervor.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 14.03.2015

Herbert Wiesner kann nur staunen, was ihm in diesem dicken Buch alles begegnet. 60 Jahre Dichtung, 60 Jahre Schönheit und Wahrheit, Erhabenes und Banales nebeneinander. Der große Dichter der deutschen Nachkriegsliteratur Christoph Meckel in einer Gesamtausgabe! Schön verpackt mit ausführlichem Nachwort, wie Wiesner erfreut feststellt. Dass der Autor an seine Texte letzte Hand angelegt hat, gefällt Wiesner, er genießt die chronologische Ordnung als Kraftfelder der Zyklen und Gesänge. Wie der Autor sich nie vereinnahmen ließ zwischen den Strömungen der Nachkriegsdichtung, zwischen Kahlschlag, Brecht, Celan, Benn, sondern seinen eigenen Weg gesucht und gefunden hat, kann Wiesner hier respektvoll besichtigen.