Christoph Meckel

Kein Anfang und kein Ende

Zwei Poeme
Cover: Kein Anfang und kein Ende
Carl Hanser Verlag, München 2017
ISBN 9783446257214
Gebunden, 96 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

"Irgendwo muss das Meer sein, es muss / noch da sein wie der Wind und der Abend / der Weg durch den Abend". Christoph Meckel ist der Dichter der sinnlichen Wahrnehmung, des Hörens, Riechens, Schmeckens, und zugleich des genauen Worts, der illusionslosen Härte und des kritischen Eigensinns. Zu seiner eigensten Form hat Meckel das Langgedicht gemacht, Erzählung und Reflexion zugleich. In den zwei Poemen seines jüngsten Bandes kommt er zurück auf die großen Themen eines Dichterlebens: die Zeit zwischen Tag und Nacht, das Fremde und das Vertraute, und immer wieder auf das Meer, Bild des Aufbruchs und der Endlosigkeit.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.12.2017

Gleich zu Anfang stellt Rezensent Nico Bleutge eines klar: dieser Gedichtband bietet höchstes Lesevergnügen. Zwei Langgedichte werden hier zusammengeführt, treten in einen "stillen Dialog", das eine löst das andere ein und ab, zwei Figuren, archetypen-artig schreiten hier durch die Zeilen - ein blinder Alter und sein Begleiter und Führer, einer von vielen und doch immer derselbe - sie verwandeln sich im Laufe der Verse und bleiben doch gleich, ihr Verhältnis allerdings dreht sich: Ist es zunächst der Alte, der führt, wird sich sein Bursche bald über seine Macht bewusst und beginnt, ein Spiel zu treiben mit dem Blinden. Mit dieser Drehung ändert sich auch der Rhythmus der Verse. Erstaunt, gespannt und genüsslich vollzieht der Leser diese Wendung mit, freut sich an den ungewöhnlichen Klängen und Wörtern und den intensiven Bildern, so der überzeugte Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2017

Rezensentin Angelika Overath entdeckt in Christoph Meckels in diesem Band zusammengefassten zwei "verschwisterten" Langgedichten den Bezug zu archaischen Mythen, der Bibel und Sagengestalten aus Meckels eigenem Werk. Das Vertrauen des Autor ins Wort, scheint der Rezensentin barock, doch öffnet es ihr "Weltlandschaften" und verwandelt Not in Abenteuer. Nach anschaulichen Erzählmomenten in den Texten suchend, trifft sie auf Melancholie und wittert durch die Vielzahl der Stimmen, durch Gesungenes und Gereimtes etwas Oratorienhaftes.
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