Wie künstliche Intelligenz unsere Beziehungen verändert
Kein und Aber Verlag, Zürich 2026
ISBN
9783036951843 Gebunden, 272 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Millionen Menschen weltweit vertrauen KI-Systemen inzwischen ihre tiefsten Ängste, Hoffnungen und Geheimnisse an. Sie suchen Trost, Freundschaft, Therapie, manchmal sogar Liebe. Was als Neugier beginnt, wird für viele plötzlich überraschend intensiv. Christoph Koch hat mit Forschenden, Gründerinnen und Nutzern gesprochen, Pflegeheime mit Sozialrobotern besucht und Companion-Apps im Selbstversuch getestet. Er erzählt die Geschichten von Menschen, für die KI zum emotionalen Gegenüber geworden ist, und fragt: Was verrät diese neue Nähe zu Maschinen über unsere emotionalen Bedürfnisse und die Zukunft menschlicher Beziehungen?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.08.2026
Rezensent Benjamin Knödler erfährt aus dem Buch des Journalisten Christoph Koch, wie viele Menschen sich inzwischen emotionale Unterstützung bei Chatbots und KI suchen. Koch erzählt Geschichten von Menschen, die sich mit Hilfe von KI durch emotionale Tiefs und Schmerzperioden leiten lassen, er macht Selbstversuche und bietet erstaunliche Erkenntnisse über die fließenden Grenzen zwischen Maschine und Mensch und Einblicke in psychologische Theorien, so Knödler. Dass der Autor KI-Companions nicht unkrititisch gegenübersteht und vor dem kurzen Atem jeglicher Beziehungen zwischen Mensch und Maschine warnt, findet Knödler richtig.
Interessiert bespricht Rezensentin Eva Eusterhus das Buch des KI-Experten Christoph Koch, der sich mit den Auswirkungen von KI-Chatbots auf die menschliche Psyche beschäftigt. Ausgehend von einem extremen Fall, dem des amerikanischen Teenagers Sewell Setzer, der sich aufgrund seiner Liebe zu einem Bot das Leben nahm, erforscht Koch das weite Feld. Er lässt dabei die unterschiedlichsten Menschen zu Wort kommen, die Trost und Zuspruch bei KI finden oder sich sogar ganze Chatbot-Familien erstellt haben, die fester Teil ihres Alltags sind. In einer Welt, in der immer mehr Menschen, vor allem junge Leute, angeben einsam zu sein, stellt Kochs Buch wichtige Fragen, findet Eusterhus. Ohne zu verurteilen, blicke der Autor nicht nur auf die Risiken, sondern auch auf die Ursachen: Warum sprechen viele Menschen lieber mit einem KI-Freund als einem echten? Die Antworten, für die Koch zahlreiche Experten anführt, fallen differenziert und interessant aus, so die Kritikerin. Es geht außerdem um die Eigenschaft der Chatbots, das eigenen Denken zu bestätigen, was in schlimmen Fällen zum Beispiel zu Realitätsverlust und Psychosen führen kann. Ohne eine abschließende Antwort geben zu wollen, kommt Koch zum Schluss, dass Chatbots zwar gegen Einsamkeit helfen, echten Kontakt aber niemals ersetzen können, eine These, der die Kritikerin nur zustimmen kann.
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