Aus dem Schwedischen von Ulla Ackermann. Als man Johan Oskarsson erhängt auffindet, deuten alle Zeichen auf Selbstmord - der Schriftsteller war eine zerbrechliche Seele. Polizist Vidar Jörgensson will den Fall eigentlich zu den Akten legen, doch es gibt Anzeichen dafür, dass jemand Johan zum Schweigen bringen wollte. Denn die Biografie über die berühmte schwedische Autorin Ingrid Klinga, an der er vor seinem Tod schrieb, führt tief hinein in die dunklen 1950er-Jahre: in die Machenschaften der schwedischen Nachrichtendienste, gefährliche Loyalitäten, in Netzwerke, in denen Menschen ihre Seele verkauften, um sich selbst zu retten oder ihre Ziele zu erreichen. Wie heikel die Themen sind, mit denen sich Oskarsson beschäftigte, muss Vidar bei seinen Ermittlungen am eigenen Leib erfahren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.05.2026
Mit einiger Freude stürzt sich Rezensentin Sylvia Staude in diesen vielschichtigen Roman, den einfach nur "Krimi" zu nennen viel zu einfach war. Tatsächlich ist Christoffer Carlssons Buch vielleicht in erster Linie eines übers Schreiben, im Zentrum steht eine Schriftstellerin, Ingrid, über die wiederum ein anderer Schriftsteller, der Erzähler, dem man allerdings nicht trauen kann, schreibt. Ingrid lebt vor allem für die Literatur, aber es gibt auch mehrere Männer in ihrem Leben, sie gerät in eine Spionagegeschichte und dann ermittelt auch noch ein Polizist, nachdem eine Leiche im schwedischen Meer gefunden wird. Feinsinnig und mit gemächlichem Tempo entwickelt Carlsson eine Geschichte, in der vieles ineinander fließt und keine eindeutigen Wahrheiten greifbar werden, beschreibt Staude. Die Rezensentin zeigt sich ziemlich fasziniert von diesem außergewöhnlichen Buch.
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