Das Schicksal der damals 14-jährigen, drogenabhängigen Prostituierten Christiane F. aus "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" ging um die Welt. Millionen Menschen weltweit sind mit dem Mythos Christiane F. aufgewachsen. Aber wie ging es weiter? 35 Jahre später erzählt Christiane Felscherinow ihr ganzes Leben. Eine Geschichte von Hoffnung und Hölle, glücklichen Jahren in Griechenland, Überlebenskampf im Frauenknast, Abenteuern unter Rock-Idolen, Literatur-Stars und Drogenhändlern. Im Mittelpunkt aber steht ihr Kampf, trotz aller Rauschgift-Exzesse eine gute Mutter für ihr Kind zu sein. Gemeinsam mit der Journalistin Sonja Vukovic hat sie nun ihr Leben rekapituliert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2013
In der Biografie, die Christiane Felscherinow mit Hilfe der Journalistin Sonja Vukovic geschrieben hat, erfährt Rezensentin Lena Bopp, wie es mit der berühmt-berüchtigten Mädchen vom Bahnhof Zoo weiter gegangen ist. Von den Tantiemen des Buches kann Christiane F. bis heute leben, sie hat sich ein paar Jahre auf die griechischen Inseln geflüchtet und dort wilde Partys gefeiert, wurde von Anna Keel, der Ehefrau des Diogenes-Verlegers, in Zürich aufgenommen und umsorgt, hat sich einige Jahre um ihren Sohn gekümmert - bevor er ihr weggenommen wurde, denn Christiane F. fand auch immer wieder den Weg zurück an jene Ecken, die es in allen großen Städten gibt, wo das bewusstseinserweiternde Buffet wartet, verrät die Rezensentin. Bopp ärgert sich etwas über Widerspruch, dass Felscherinow sich über die stereotype Medienreaktionen aufregt, die ihr seit "Die Kinder vom Bahnhof Zoo" folgt, aber trotzdem den Wirbel immer wieder selbst erzeugt wie jetzt mit der Autobiografie. Dabei ist sich Bopp sicher, dass es das zweite Buch ohne das erste nie gegeben hätte.
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