Christian Zehnder

Julius

Roman
Cover: Julius
dtv, München 2011
ISBN 9783423248600
Kartoniert, 119 Seiten, 11,90 EUR

Klappentext

Julius" ist die Geschichte eines jungen Mannes, der hinaus ins Leben tritt. Und es ist die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft zwischen Julius und Martin. Es ist auch die tragische Liebesgeschichte zwischen Julius und Jadwiga und die nur vermeintlich geglückte Liebesgeschichte zwischen Julius und Caroline. Julius ist ein zeitgenössischer, zugleich aber unzeitgemäßer Romantiker, der von der Idylle seines bisherigen Lebens Abschied nimmt. Christian Zehnder erzählt ebenso dicht wie poetisch. Er hat einen kleinen, höchst feinen Bildungsroman verfasst, der eine sehr reiche Lektüre bietet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.11.2011

Marius Nobach nimmt überrascht, aber durchaus angetan das Unzeitgemäße von Christian Zehnders Debütroman zur Kenntnis, der ein geradezu klassischer Bildungsroman ist, wie der Rezensent meint. Der 28-jährige Schweizer Autor erzählt in minutiöser Beschreibungskunst von Julius, der sich in der Welt fremd fühlt und erst nach und nach seinen Weg in die Gesellschaft findet, fasst der Rezensent zusammen. "Inhaltlich" also nicht wirklich neu, gibt der Rezensent zu, der sich dafür für die detaillierten Beschreibungen insbesondere der Landschaft enorm begeistert kann. Dafür lässt er dem Autor auch ein paar Schnitzer durchgehen, die in ihrer verdrucksten Schamhaftigkeit schon mal die Grenze zum Peinlichen übertreten, wie er zugeben muss.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.08.2011

Von Aufruhr scheint dieser knappe Adoleszenzroman so weit entfernt wie eine Kuh vom Fliegen. Samuel Moser hat nichts dagegen. Im Gegenteil scheinen ihm die unspektakuläre Hauptfigur und die mit klassischen Bildungsromanmomenten angefüllte, wenig aufreibende Geschichte Freude zu machen. Allerdings ahnt Moser auch eine weniger ruhige und sanfte Seite des Buches. Indem der Autor Christian Zehnder auf das Offene, das Unentschlossene und Unentschiedene seiner Figur und der Handlung abhebt, vermutet Moser, räumt er dem Dunklen und Schmutzigen Raum ein.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.05.2011

Nicht erwärmen kann sich Ulrich Rüdenauer für Christian Zehnders Roman "Julius". Schien ihm der auf Zeitlosigkeit und Poesie zielende Stil des 1983 geborenen Autors in dessen Debüt "Gustavs Traum" noch irgendwie angemessen, wirkt er in dem neuen Roman auf ihn nur noch prätentiös. Nun hat Rüdenauer nichts dagegen, wenn ein Autor nicht zeitgenössisch, sondern zeitenthoben schreiben will. Allerdings sollte er dies dann auch können. Bei Zehnder spürt der Rezensent auf jeder Seite den "Willen zum Kunstwerk", die Sprache des Autors aber findet er nicht poetisch, sondern "betulich". Die Figuren des Romans lassen ihn kalt, ihre "artifiziellen Worthülsen" berühren ihn nicht. Rüdenauers unbarmherziges Fazit: "Julius" ist kitschiger Manierismus.
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