Aus dem Französischen von Nathalie Mälzer. Belouard ist Tierarzt in einem kleinen Ort in der Nähe von Nantes. Enttäuscht, skeptisch und unglücklich lebt er nach einer Trennung allein in seinem Haus, geht seinem Beruf vor allem in der ländlichen Umgebung nach. Und eines Tages geschieht etwas Unfassbares: Auf einem der Bauernhöfe wird eine ganze Familie auf fürchterliche Weise umgebracht. Der zutiefst einsame Belouard, der an nichts und niemanden mehr zu glauben scheint, kennt das Leben der einfachen Leute und wird wider Willen zum Entdecker einer grausamen Wahrheit. Äußerst eindrucksvoll zeichnet Christian Pernath das Bild eines menschlichen Dramas, in dessen Zentrum Belouard plötzlich und unwissentlich gerät.
Rezensentin Katharina Granzin zeigt sich angetan von Christian Pernaths Kriminalgeschichte. Das liegt jedoch weniger an der konkreten Handlung oder der "überraschenden Lösung", mit der Pernath am Schluss aufwartet, als an der "lakonischen Melancholie", die sich durch die Erzählung zieht. Diese Geschichte – vor allem die Nebenhandlung, eine Liebesgeschichte zwischen dem Landtierarzt, der bald eigene Ermittlungen aufnimmt, und einer rätselhaften schönen Frau – kann kein gutes Ende finden, das erkennt die Rezensentin recht bald. Sie findet, dass diese den Roman "durchtränkende Einsicht" den Leser fast widerstrebend der Auflösung entgegenblicken lässt. Doch zur Freude der Rezensentin ist die Geschichte atmosphärisch sehr gelungen.
Einen begeisterten Leser findet dieser subtile Kriminalroman in Rezensent Tobias Gohlis, der den Autor als einen Meister der Andeutungen preist. Protagonist ist Monsieur Belouard, ein dicker, verträumter, tapsiger Tierarzt mit wenig Kundschaft, der eines Morgens eine verletzte junge Frau auf einem Acker findet, mit nach Hause nimmt und pflegt. Gleichzeitig gibt es einen Mord an einer ganzen Familie, erzählt Gohlis, der viel mehr über die Geschichte nicht verraten will. Doch so viel wird klar: Belouard ist eine höchst sympathische Figur, und dem Autor, Christian Pernath, gelingt es, mit knappsten Mitteln - "ein Augenaufschlag, ein kleiner Dialog" - die zarte und unsichere Beziehung zwischen Belouard und der jungen Frau zu beschreiben.
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