Christian Graf von Krockow

Hitler und seine Deutschen

Cover: Hitler und seine Deutschen
List Verlag, München 2001
ISBN 9783471794159
Gebunden, 423 Seiten, 22,96 EUR

Klappentext

Mit Fotos und Dokumenten auf 24 Tafeln. Bei seiner Untersuchung des Phänomens Hitler begnügt sich Christian Graf von Kockrow nicht mit der Darstellung äußerer Abläufe, sondern richtet den Blick vor allem auf die innere Befindlichkeit einer Nation, die sich in blinder Gefolgschaft ihrem "Führer" unterwarf. Hitlers geschichtliche Erscheinung, die Tatsache, dass jemand zum "Führer" werden kann, der den Hass predigt, zeigt sich Krockow als eine nationale und psychologische Disposition, die gerade heute wieder eine beklemmende Aktualität gewinnt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2001

Karl Dietrich Bracher ist richtig begeistert von diesem Buch, dass er "bemerkenswert" nennt und das seiner Ansicht nach eine lang diskutierte Frage auf den aktuellen Forschungsstand bringt. Der Autor Christian Graf von Krockow beschäftigt sich damit, wie wichtig die Person Hitler für die Entstehung und den Machterhalt der Nationalsozialisten war - das ja von den verschiedenen Forschern äußerst unterschiedlich bewertet wurde. Da gibt es etwa die Frage, ob der Krieg auch weiter gegangen wäre, wenn Hitler ermordet worden wäre, die sehr kontrovers diskutiert wurde. Oder die Frage, wieso die geistigen Eliten Hitler so unterstützt haben. Am Beispiel von Hitlers Aufstieg zeichnet der Autor "ein ungemein plastisches Bild der Zusammenhangs von Einzelbiografie und realen politischen Möglichkeiten im Problemfeld der Republik von Weimar", so Bracher.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.07.2001

Christian Graf von Krockow, so der Rezensent Günther Frieß, nähert sich der Frage der sukzessiven Enteignung der Deutschen von ihrer politisch-moralischen Verantwortung auf neue Weise. Das Psychogramm einer Nation, die sich in die gläubige, opferbereite Gefolgschaft eines "Führers" verwandelte, skizziere Krockow kompakt, informativ und mit gewohntem erzählerischem Geschick. Krockow gelinge es, die Wirkungen Hitlers auf die Psyche der Deutschen in der Dialektik von Herrschaft und Abhängigkeit, Terror und Begeisterung, Macht und Ohnmacht, Struktur und Person zu entlarven. Nicht nur die Gewaltherrschaft Hitlers habe schließlich die Deutschen gefesselt, sondern auch ihre eigene Begeisterung. Krockows Schilderung der Metamorphose der bürgerlichen Gesellschaft in eine "völkische" Bewegung, die den Mythos der Macht ins Absolute steigerte, so Frieß, ist spannend und beklemmend zugleich geraten. Fazit: ein lesenswertes Buch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.06.2001

Edgar Wolfrum ist skeptisch: "Noch ein Buch über den Diktator?" Allein, der Autor schafft es am Ende doch, ihn von der Notwendigkeit des Unternehmens zu überzeugen. Die Kardinalfrage, warum die Deutschen Hitler verfielen, umkreist er "für ein breites Publikum ... lebendig, spannend, leicht lesbar, dennoch pointiert und urteilsfreudig." Vor allem aber die Grundthese Krockows, derzufolge es gilt, in Hitler den Menschen als die in jedem von uns angelegte Möglichkeit des Bösen zu erkennen, hat Wolfrum eingeleuchtet. Zusammen mit dem präsentierten Panorama der Fachwissenschaft zum Problem der Rahmenbedingungen von Hitlers Aufstieg, Krockows "tiefem Ausloten" dessen und einem abschließenden Aufruf zu Toleranz und Solidarität ergibt das für den Rezensenten "fast eine Art Vermächtnis" des Autors, "eine Bilanz seiner jahrzehntelangen publizistischen Tätigkeiten".
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de