Aus dem Englischen von Klaus Bonn. Eine junge mexikanische Jüdin, ein alter Historiker und ein ehemaliger Ameisenzeichner und Wolkenspezialist treffen aufeinander - und die Konturen der Welt beginnen sich aufzulösen.
Tatiana hat es eher zufällig aus Mexiko-Stadt nach Berlin verschlagen. Empfindsam für historisch belastete Orte wie für Wetterphänomene, durchstreift sie auf einsamen Spaziergängen die Stadt und beginnt schließlich, die Notizen des Stadthistorikers Weiss zu transkribieren. Über ihn trifft sie auf den Meteorologen Jonas Krantz, der schon als Kind in der DDR in der Flüchtigkeit der Wolken über Berlin Trost fand.
Doch jeder der drei ist für eine Freundschaft zu spröde, und lebendiger als die Menschen, denen Tatiana begegnet, sind für sie die Geister Berlins: Von einer überfüllten U-Bahn, in der Hitler als alte Frau verkleidet erscheint, über eine unterirdische Kegelbahn der Gestapo, an deren Wände Spielstände aus längst vergangenen Partien angeschrieben sind, bis zu einem unerklärlichen Nebel, der alles verschluckt, führt uns Chloe Aridjis durch eine unruhige Stadt und verwischt die Linien zwischen Wirklichkeit und Vorstellung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.07.2017
Rezensentin Renate Wiggershaus empfiehlt Chloe Aridjis' Romandebüt als vielschichtiges Berlin-Porträt mit surrealistischen Zügen, metaphorisch, halluzinatorisch und real. Wenn der Blick der Protagonistin Berlins Vergangenheit auferstehen lässt, ein Spannungsfeld zwischen den Zeiten aufbaut, Literaturbezüge herstellt und im übrigen eine distanziert monologische Erzählung in Gang hält, fühlt sich Wiggershaus an Kafka und Robert Walser erinnert.
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