Charles Dickens

Große Erwartungen

Roman
Cover: Große Erwartungen
Carl Hanser Verlag, München 2011
ISBN 9783446237605
Gebunden, 832 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben, aus dem Englischen übersetzt und mit einem Nachwort von Melanie Walz. Der Waisenjunge Pip erlernt das Handwerk des Schmieds, dann stiftet ihm ein unbekannter Wohltäter ein Vermögen, damit er sich in London zum Gentleman ausbilden kann. Es geht um Kindheit und Erwachsenwerden, um Arm und Reich, um Klug und Dumm, um Gut und Böse.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.02.2012

?Güte" und ?Zufriedenheit" entströmt laut Daniela Zinser Charles Dickens' Roman ?Große Erwartungen", der jetzt zum 200. Geburtstag des britischen Schriftstellers in neuer Übersetzung vorliegt. Er erzählt davon, wie der in einfachsten Verhältnissen aufwachsende Pip von einem reichen, unbekannten Förderer mit Geld und Möglichkeiten ausgestattet wird und lernen muss, dass alles auf der Welt seinen Preis hat, können wir der Zusammenfassung der Rezensentin entnehmen. Das wirft ein höchst aktuelles Licht auf die Casting-Show-Mentalität unserer Zeit, streift ein gerade auch unseren Präsidenten umtreibendes Problem und hat noch sehr viel mehr Bedeutungsvolles im Gepäck, wie Zinser schwärmt. Ein Roman über die Liebe, den Fluch des Geldes, Scham, aber eben auch über Treue, Güte und Würde, findet die begeisterte Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.02.2012

Stimmt schon, an Nachruhm fehlt es Charles Dickens nicht, dennoch nutzt Ursula März den anstehenden zweihundertsten Geburtstag, um den Romancier noch einmal grundsätzlich zu preisen - aber auch seinen Roman "Große Erwartungen", der von Melanie Walz laut März "glanzvoll" ins Deutsche übersetzt wurde. Die Geschichte von Philip Pirrip - genannt Pip -, dessen Aufstieg vom bäuerlichen Vollwaisen zum Londoner Gentleman sich eher wie eine Schauergeschichte ausnimmt, hat der Rezensentin den Atem verschlagen. Für einen "großen kathartischen Moment der Weltliteratur" hält sie den Punkt, an dem das Märchen umschlägt, und für mindestens so erkenntnisfördernd wie die "Dialektik der Aufklärung".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2011

Als den "vielleicht spannendsten, aber beileibe nicht den ganzen Dickens" bezeichnet Rezensent Markus Gasser die "Großen Erwartungen". Dickens habe hier ziemlich genau geschrieben, was das Publikum von ihm erwartet habe, nachdem die vorangegangene "Geschichte von zwei Städten" seine Beliebtheit geschmälert hatte, so Gassers literaturhistorischer Exkurs. Der Bildungsroman aber, als den man die Geschichte des zu unverdientem Reichtum kommenden Philip "Pip" Pirrip seinerzeit habe lesen wollen, sei das Buch mitnichten. Überhaupt gibt Gasser dem später verfassten Roman "Unserem gemeinsamen Freund" den Vorzug, weil Dickens erst hier wieder zu alter Größe gefunden habe. Die Neuübersetzung der "Großen Erwartungen" durch Melanie Walz' heimst dennoch Lorbeeren ein: "Elegant, akkurat und bildkräftig" sei die Übertragung und stelle sowohl diejenige Margit Mayers von 1977 als auch die Ulrike Jung-Grells von 1993 in den Schatten.
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