Channah Trzebiner

Die Enkelin

oder Wie ich zu Pessach die vier Fragen nicht wusste
Cover: Die Enkelin
Weissbooks, Frankfurt/Main 2013
ISBN 9783863370282
Gebunden, 242 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

"Ich heiße Channah, so wie die jüngste Schwester meiner Oma" - so stellt sich Channah Trzebiner auf der ersten Seite ihres Buches vor. Und breitet ein Füllhorn von Geschichten aus, Momentaufnahmen ihres jungen Lebens. Nichts ist erfunden; radikal subjektiv beschreibt die Autorin ihr Leben zwischen den Identitäten so, wie es ist. Zerrissen und aufregend zugleich. Denn Trzebiner erzählt von sich selbst. Das heißt: auch von ihren Großeltern, den Eltern, von Freundinnen und Freunden - von jenen, die fehlen, und denen, die geblieben sind. Mit ihr als einer Vertreterin der Dritten Generation tritt eine neue Stimme auf - eine so humorvolle wie provokative neue Stimme. "Die Enkelin" erzählt von den emotionalen Wirrnissen einer Frau, von Befreiung, Unabhängigkeit und der durch nichts zu erschütternden Liebe in einer Familie.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2013

Alexandra Stäheli weiß Channah Trzebiners Bericht über die dritte Generation von Überlebenden der Judenvernichtung zu schätzen. Stark findet sie den Teil des Buchs über die Kindheit und Jugend der Autorin, in dem für sie spürbar wird, wie sehr der Alltag der Nachkommen vom Trauma der Großeltern, die die Schoa überlebt haben, geprägt war und wie sehr diese Vergangenheit als "offene Wunde" präsent geblieben war. Im zweiten, mehr auf die Gegenwart bezogenen Teil des Buchs finden sich für Stäheli bisweilen zu viele Abschweifungen, etwa wenn Trzebiner sich Gedanken über die männliche Psyche an sich macht. Dennoch scheint der Rezensentin das Buch überzeugend, vor allem weil Trzebiner an alltäglichen Kleinigkeiten, Momentaufnahmen und Szenen subtil die Nachwirkungen der traumatischen Erfahrungen der Großeltern bei der Enkelgeneration vor Augen führt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2013

Hannah Lühmann findet es gut, einmal wieder daran erinnert zu werden, dass viele Mitglieder der dritten Generation nach der Schoa noch einen großen Teil ihres Lebens mit den Großeltern verbracht hat. Die mögen zwar gründlich traumatisiert gewesen sein, das Leben ihrer Enkel haben sie oft aber noch wesentlich geprägt. In ihrem Erstlingswerk "Die Enkelin" berichtet die Autorin Channah Trzebiner von ihren eigenen Erlebnissen, von den Großeltern und von ihrer merkwürdigen Kindheit, berichtet die Rezensentin. Lühmann ist sich nicht sicher, ob das Buch trotz oder wegen des umgangssprachlichen Tons gelungen ist. Für Anekdoten, Banales und Komisches eignet sich Trzebiners Sprache hervorragend, besser als die mancher Kolleginnen, findet die Rezensentin, der mitschwingende Anspruch auf "sprachliche Wahrhaftigkeit" scheint in brisanteren Passagen dann aber gelegentlich unangemessen, erklärt sie, besonders wenn Grauenhaftes direkt neben Komischem steht.

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