Aus dem Französischen von Mark Feldon und Christoph Hesse. Caroline Fourest tritt für eine strikte Trennung von Staat und Religion ein, die für sie eine der Grundlagen der Demokratie ist. Es geht darum, Religionen von allen nicht unmittelbar kirchlichen Angelegenheiten auszuschließen. Insofern ist Fourests Buch auch ein Plädoyer, mehr zu wagen als den Säkularismus, wie er in Deutschland herrscht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08.2022
Rezensent Niklas Bender kann Caroline Fourest bei ihrem Plädoyer für den Laizismus im Grunde gut folgen. Dass die Trennung von Staat und Kirche nach französischem Vorbild im Wesentlichen gut funktioniert, findet Bender auch. Fourests dezidiert feministische, linke Position hindert die Autorin laut Bender auch nicht daran, Gegenmeinungen ausgiebig zu diskutieren und ggf. zu widerlegen, etwa indem sie die islamistische Radikalisierung in Frankreich mit dem Kolonialismus erklärt. Schade bloß, dass die Autorin ihre an sich schlagkräftigen Argumente mit Kurzschlüssen abschwächt, mit allzu rigorosen Urteilen und parteiischen Einäugigkeiten, findet Bender. Fourests Idee, konfessionellen Schulen die Förderung zu kappen, erscheint ihm "geschichtsvergessen", ja hysterisch.
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