Aus dem Italienischen von Esther Hansen. Weithin leuchten die roten Matten des Rossarco, wenn im Frühling der Süßklee blüht und der Wind seinen Duft bis hinunter zum Meer trägt. Ein Paradies auf Erden, Schicksalsort der Bauernfamilie Arcuri, den sie mutig und stur verteidigen: Albertos Sohn Arturo gegen den Großgrundbesitzer Don Lico, der ihn später als faschistischer Podestà in die Verbannung schickt. Seine Frau Lina, die, allein mit zwei Kindern, das Land weiter bewirtschaftet und getreu dem Familienschwur keine Handbreit davon preisgibt. Ihr Sohn Michelangelo, schließlich, wird es mit der Mafia zu tun bekommen, bis er sich gezwungen sieht, sein Kind bei den Turiner Großeltern in Sicherheit zu bringen. Doch auch dieser jüngste Spross der Familie folgt immer wieder dem Ruf des Rossarco, bis er in einer stürmischen Gewitternacht, allein mit seinem Vater in der alten Steinhütte, das Geheimnis lüftet, das der Hügel seit Generationen bewacht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2013
Christiane Pöhlmann erkennt das Verdienst des Autors, mit diesem autobiografischen Roman eine Lanze für seine Heimat, den seit jeher benachteiligten italienischen Süden, zu brechen, durchaus an. Gute Literatur ergibt das noch nicht. Pöhlmann kritisiert das allzu harmonische, den Nord-Süd-Konflikt komplett ausblendende ahistorische Bild des Landlebens, das Carmine Abate hier zeichnet. Dass der Autor seine "Sonnenschein-Welt" sprachlich und sinnlich noch nicht einmal befriedigend abzubilden versteht, ist für sie ein weiterer Mangel.
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